Markus Luthe / 08.03 2020

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Blogpost von Markus Luthe zur Coronavirus-Krise

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Parallel zur Stand-Betreuung habe ich an ITB-Sonntagen eigentlich immer auch an einer Pressemitteilung oder einem Blogpost zum Messegeschehen gearbeitet und einen Ausblick auf die kommenden Tourismusmonate gewagt. Warum sollte ich also ausgerechnet in viralen Zeiten mit der Tradition brechen, nur weil die Welt gerade nicht zu Gast in Berlin ist?

Denn auch ohne den Messetrubel liegt eine „intensive“ Woche hinter uns – und das dürfte wohl auf erst einmal unbestimmte Zeit nur der Auftakt gewesen sein. Hätten wir uns noch vor vier Wochen vorstellen können, dass ein Bundesgesundheitsminister vor Reisen in seine und meine  nordrhein-westfälische Heimat warnt oder in Norditalien ein grundsätzliches Ein- und Ausreiseverbot für rund 16 Millionen Menschen ausgerufen wird? In Mailand und Venedig müssen Restaurants ab sofort einen Mindestabstand zwischen den einzelnen Gästen und Mitarbeitern von 1 Meter garantieren, um der Schließung zu entgehen.

Natürlich drängen sich da auch Fragen nach der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen auf. Zumindest ein Hauch von Panik-Kettenreaktionen-Verdacht liegt in der Luft. Doch ich will es an dieser Stelle mit Jürgen Klopp halten und die Beurteilung der Notwendigkeit der Maßnahmen ausdrücklich den hierzu berufenen Experten überlassen.

Die wirtschaftlichen Schäden sind aber bereits jetzt immens, insbesondere im Tourismus mit seinen Hauptleistungsträgern Hotels und Restaurants. An unserer ad hoc durchgeführten Blitzumfrage zur Betroffenheit der Branche nahmen in nur zwei Tagen 10.000 (!) Unternehmer teil. Drei Viertel berichten schon jetzt von massiven Umsatzrückgängen und 90 Prozent von Rückgängen bei Neubuchungen. Die Branche benötigt schnelle, effektive und unbürokratische Unterstützung durch die öffentlichen Hände, um das Schlimmste noch abwenden zu können!

Heute wird darüber im Koalitionsausschuss beraten, morgen treffen wir uns mit dem Bundeswirtschaftsminister am viel beschworenen Runden Tisch. Mittlerweile liegen viele Unterstützungszusagen und einige Maßnahmenvorschläge auf eben jenem Tisch. Ein unkomplizierter Zugang zu schnellen Liquiditätshilfen und eine pragmatische Kurzarbeiterregelung müssen dabei sicher im Vordergrund stehen.

Doch angesichts der Heftigkeit, Unbestimmtheit und Besonderheit dieser heraufziehenden Krise werden bald auch strukturell greifende Maßnahmen - z.B. im Steuerrecht - hinzukommen müssen, damit die Wirtschaftskraft der Branche und der Wirtschaft allgemein gar nicht erst auf die Intensivstation eingewiesen werden muss.

In Österreich hat die Regierung am Donnerstag eine Soforthilfe in Höhe von 10 Mio. Euro für die Wirtschaft angekündigt und am Freitag ein Sonderbudget nur für den Tourismus von 100 Mio. Euro nachgelegt, gerade auch um langfristige Strukturschäden in der österreichischen Tourismuswirtschaft abzuwenden. Das sollte mehr als nur ein Anhaltspunkt für uns sein.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den bisher vom Bundeswirtschaftsministerium angebotenen Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen gemacht? Was hilft davon? Was muss ggf. verbessert werden? Was geben Sie uns konkret mit auf den Weg in die anstehenden Gespräche?

 


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Geschrieben von
Markus Luthe
Dipl.-Volkswirt / Hauptgeschäftsführer
Hotelverband Deutschland (IHA)

office@hotellerie.de
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