Markus Luthe / 19.12 2017

icon min Lesezeit

icon 0 Kommentare

Zurück
© ClipDealer
© ClipDealer

 

Blog von Markus Luthe zur Plattform-Ökonomie

Der Europäische Gerichtshof hat heute wohl eine Menge heißer Luft aus der überdrehenden Plattform-Ökonomie abgelassen. Und endlich für Klarheit gesorgt!


Das oberste europäische Gericht musste sich mit der Frage befassen, was der Fahrdienstvermittler Uber denn eigentlich ist: Eine Internetplattform oder ein Taxiunternehmen?


Die Antwort des EuGH in der fiel eindeutig aus: Der Vermittlungsdienst von Uber ist integraler Bestandteil einer Gesamtdienstleistung, die hauptsächlich aus einer Verkehrsdienstleistung besteht. Sie ist daher nicht als Dienst der Informationsgesellschaft, sondern als eine Verkehrsdienstleistung einzustufen. Somit unterliegt Uber den jeweiligen Branchen-Regulierungen der Mitgliedsstaaten.


Dieses Urteil kann über Uber hinaus weitreichende Konsequenzen für alle Anbieter von Peer-2-Peer-Plattformen auch anderer Branchen entfalten. So zeigt der Urteilstenor auch Airbnb deutliche Grenzen auf, die zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit und Transparenz im Beherbergungsgewerbe führen können. Einen Sonderstatus als Wissens- und Vermittlungsplattform wird Airbnb für sich nicht mehr reklamieren können. Dem eines schützenswerten „Start-up-Unternehmens“ ist die Plattform eh entwachsen.


Aber auch für andere Platzhirschen der Portalökonomie dürfte die Luft dünner werden. So wird es bspw. Booking.com zukünftig schwerer fallen, sich der für Reisebüros in den Niederlanden üblichen Sozialversicherungsbeiträge zu entziehen. Anfang 2017 war es der Priceline-Tochter mit Sitz in Amsterdam noch gelungen, ein niederländisches Gericht vom Gegenteil zu überzeugen. Auch mit solchen „Mätzchen“ dürfte der EuGH nun Schluss gemacht haben.

 


0 Kommentare
Geschrieben von
Markus Luthe
Dipl.-Volkswirt / Hauptgeschäftsführer
Hotelverband Deutschland (IHA)

office@hotellerie.de
Sei der erste der kommentiert

Kommentar hinzufügen

×
Name ist erforderlich!
Geben Sie einen gültigen Namen ein
Gültige E-Mail ist erforderlich!
Gib eine gültige E-Mail Adresse ein
Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Weitere
26.04 2021 von Markus Luthe
Offenbarungseid
Insolvenz

Die deutsche Hotellerie, die deutsche Wirtschaft schliddert in Richtung eines ganz entscheidenden Datums: Just mit dem „Tag der Arbeit“ am 1. Mai werden viele Unternehmen in Deutschland entscheiden müssen, ob sie noch einen Ausweg aus der Corona-Krise sehen oder ihren Kampf ums Überleben und die Arbeitsplätze verloren geben müssen.

23.02 2021 von Markus Luthe
Blocking.com
American Football

Während die Hotellerie weiter händeringend auf die Auszahlung der Novemberhilfen für die Auszahlung der Februarlöhne wartet und von bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag reichenden Stufenplänen für den Re-Start schockiert wird, bauen die Hotelportale unterhalb des Branchenradars ihre dominierende Marktposition munter aus, allen voran Booking.com. ...

15.02 2021 von Markus Luthe
Schafft Wissen!
Covid-19-Test

Die Bundesregierung und die Ministerpräsident*innen legen Wert auf die Feststellung, unser Land evidenzbasiert und wissenschaftlich fundiert durch die Corona-Krise und den Lockdown zu führen. Dieses Narrativ wird gerne auch durch Einladungen namhafter Wissenschaftler zu Beginn der jeweiligen Entscheidungsgipfel gepflegt. Umso buchstäblich fragwürdiger ist das dann anschließend verkündete Öffnungsszenario, bei dem Restaurants und Hotels erst ganz, ganz hinten im noch nicht einmal ausgearbeiteten Zeitplan einsortiert werden. Auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten können sich die Entscheidungsträger*innen dabei jedenfalls nicht berufen. ...