Nachjustierte Sternekoordinaten

Hotelführer

Markus Luthe / 20.07 2009

icon min Lesezeit

icon 0 Kommentare

Zurück

 

 

Blog von Markus Luthe zur Hotelklassifizierung vom 21. Juli 2009

Im Jahr 2007 wartete der mit der Prophezeiung auf: „Im Internet verglühen die Sterne. Hotelsterne waren gestern, jetzt kommen die Laien.“ Mitnichten und ganz im Gegenteil habe ich ihm damals entgegnet. Ich bin überzeugt, dass die Flut subjektiver Meinungen auf den diversen Hotelbewertungsportalen ohne verlässlichen Anker in die reale Welt nur von begrenztem Mehrwert ist. Die Hotelsterne verlieren nicht an Bedeutung, sie werden im Gegenteil immer wichtiger.  Damit sie ihrer Leitfunktion auch gerecht werden, müssen sie in regelmäßigen Abständen auf Hochglanz poliert und ggf. auch nachjustiert werden. Diesen Prozess haben wir nach 1998 und 2005 nun bereits zum dritten Mal durchlaufen, wobei uns erneut eine repräsentative Gästebefragung durch TNS Infratest als wertvoller Kompass diente. Hieran orientierend wurden Modernisierungen insbesondere in den Bereichen Wellness und Schlafkomfort vorgenommen und unsere europäische Initiative zum Qualitätsmanagement „European Hospitality Quality“ in den Kriterienkatalog integriert. Die Hotelsterne sollen zukünftig aber auch eine Brückenfunktion zwischen dem realen Hotelprodukt und seinem virtuellen Abbild im Internet übernehmen. Akzente in diese Richtung setzen etwa die Kriterien zur Aussagekraft der Hotel-Homepages und zur aktiven Einbindung von Hotel-Bewertungsportalen. Damit tauchen erstmals Web 2.0-Elemente der „Schwarmintelligenz“ oder der „Weisheit der Massen“ am Firmament der Hotelsterne auf. Einen Meilenstein der zukünftigen Entwicklung hoffen wir auch mit der Erweiterung des Horizonts der Hotelsterne, mit ihrer Internationalisierung gesetzt haben. Vom 1. Januar nächsten Jahres an werden Österreich und Deutschland einheitliche Kriterienkataloge haben. Mit den Hotelverbänden weiterer Länder im Rahmen der HOTREC stehen wir ebenfalls im intensiven, partnerschaftlichen Dialog und sind zuversichtlich, den Kreis derer, die gemeinsam die qualitative Vermarktung ihrer Hotellerie voranbringen wollen, bald noch erweitern zu können. Übrigens: Laut repräsentativer Befragung deutscher Hotelgäste durch TNS Infratest (n = 1.333, Mehrfachnennungen zulässig) ist die persönliche Empfehlung für die Mehrzahl der Gäste (64,9%) immer noch die wichtigste Orientierung bei der Hotelauswahl. Doch schon an zweiter Stelle folgt die Sterne-Klassifizierung (40,7%), gefolgt vom Markennamen des Hotels (29,9%), einer Hotelbewertung im Internet (27,8%) und einem Zertifikat des Hotels (11,3%). Den vollständigen Kriterienkatalog der Deutschen Hotelklassifizierung 2010-2014 finden Sie hier verlinkt. Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Ihr


0 Kommentare
Geschrieben von
Markus Luthe
Dipl.-Volkswirt / Hauptgeschäftsführer
Hotelverband Deutschland (IHA)

office@hotellerie.de
Sei der erste der kommentiert

Kommentar hinzufügen

×
Name ist erforderlich!
Geben Sie einen gültigen Namen ein
Gültige E-Mail ist erforderlich!
Gib eine gültige E-Mail Adresse ein
Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Weitere
26.08 2021 von Markus Luthe
Sternenklar (2/5): 25 Jahre Deutsche Hotelklassifizierung

Im zweiten Teil meiner kleinen Blogpost-Serie zum 25jährigen Jubiläum der Deutschen Hotelklassifizierung greife ich die Europäisierung der Hotelsterne und die Erfolgsgeschichte der Hotelstars Union auf. Alles begann am 26. April 2007 bei einem Abendessen anlässlich der 55. Generalversammlung unseres europäischen Dachverbandes HOTREC in Lissabon...

01.08 2021 von Markus Luthe
Sternenklar (1/5): 25 Jahre Deutsche Hotelklassifizierung

Vor genau 25 Jahren, am 1. August 1996, startete die Deutsche Hotelklassifizierung. Fast alle Länder in Europa kannten – in der Regel bereits seit Jahrzehnten – eine offizielle Einstufung ihrer Hotels in die weltweit übliche Skala von 1 bis 5 Sternen. Doch ausgerechnet der Normungs- und Reiseweltmeister Deutschland nicht. Jedes Hotel konnte sich selbst so viele Sterne wie gewünscht vergeben und damit werben. Das verursachte Intransparenz und erhebliche Verunsicherung beim Verbraucher.

13.07 2021 von Markus Luthe
Plan ahead
Plan ahead

Das Verhalten von Booking.com in Pandemiezeiten gibt reichlich Anlass zu Beschwerden und verdient eine genauere Betrachtung – und da meine ich nicht die unappetitliche Episode, in den Niederlanden 65 Millionen Euro Staatshilfe zu kassieren und davon 28 Millionen Euro als Bonus an die drei Spitzenmanager auszukehren. Mir geht es um das Gebaren gegenüber den Hotelpartnern.