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Hotelführer

Gast Author / 15.06 2011

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Gastblog von Michael Toedt zu Rabattportalen vom 16. Juni 2011

Die Meinung zu Rabattportalen in den Medien ist äußerst gespalten. Die einen befürworten sie, die anderen verdammen sie. Fast alle Statements haben aber eines gemein, sie haben relativ wenig Substanz, sprich keine klare, nachweisbare Aussagekraft.

 

Rabattportale sind für viele Produkte des täglichen Gebrauchs äußerst sinnvoll. Und hier muss man schon einmal klar die Gastronomie von der Hotellerie unterscheiden. Denn ob ein Restaurant mittels eines Rabatts seine Mittagskarte bewirbt, um neue Kundenkreise für den Businesslunch zu gewinnen oder ob ein Markenhotel in Berlin seine Zimmer statt für 382 Euro für 189 Euro anbietet, ist ein Riesenunterschied.

Während ein Restaurant von derartigen Aktionen profitieren und neue Kundenkreise gewinnen kann, sind die Voraussetzungen in der Hotellerie gänzlich andere. Gegen Rabattportale in der Hotellerie spricht vor allem die geringe Kauffrequenz. Während gute Kunden im Restaurant 50 oder gar 100 Mal im Jahr „einkaufen“, so handelt es sich bei einem Hotel um eine, vielleicht zwei Buchungen im selbigen Zeitraum. Hier werden also wie so häufig Äpfel mit Birnen verglichen.

Darüber hinaus sprechen die meist geringen Upselling-Möglichkeiten und die oftmals divergierende Zielgruppe gegen Rabattportale in der Hotellerie. Abgesehen davon leidet selbstverständlich die Glaubwürdigkeit des Produktes, wenn Luxus plötzlich zum 3-Sterne Preise angeboten wird.

Auch die Kosten sprechen eine klare Sprache. 50 Prozent auf den aktuellen Preis und davon in der Regel nochmals 50 Prozent für den Anbieter. Es tauchten auch schon Preisnachlässe von bis zu 90 Prozent auf... Da müssten eigentlich die Grundrechenarten ausreichen, um die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen.

Die Not in der Hotellerie ist aber wohl so groß, dass fast sämtliche Mittel recht scheinen, um zumindest die Belegung zu steigern. Dass mit solchen Aktionen weder neue Stammgäste gewonnen noch Deckungsbeiträge erzielt werden, sollte bei genauerem Hinsehen eigentlich Jedermann klar sein.


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