In Gastronomie und Hotellerie kehren die Gäste zurück – die Herausforderungen in der Branche sind enorm

14.06.2023 | Die deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie haben sich vom 11. bis 13. Juni 2022 über die derzeitige Entwicklung und die Zukunft der Branche ausgetauscht.

Vom 11.-13. Juni 2023 trafen sich in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein die deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie zum traditionellen jährlichen Austausch. Trotz der Freude über die erfolgreiche Erholung und die Rückkehr der Gäste nach der Pandemie bleiben tiefe Sorgenfalten beim Blick auf die derzeitige Entwicklung und in die Zukunft der Branche.

Nach einem Hoffung machenden Geschäftsjahr 2022 und den positiven Prognosen für das laufende Geschäft steht die Hotellerie und Gastronomie in Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol, Luxemburg und Liechtenstein vor sehr grossen Herausforderungen. Die Explosion bei den Energiekosten, die Zinssteigerungen und die anhaltend hohe Inflation haben den Druck auf die Betriebe deutlich erhöht.
Die daraus resultierenden Kostensteigerungen können nicht oder nur teilweise an die Gäste weitergegeben werden und belasten somit die Nettorenditen.

Das zentrale Thema dieses Treffens war der Austausch zur Arbeitsmarktsituation. Alle Ländervertreter sind sich einig, dass der gravierende Arbeits- und Fachkräftemangel eine der grossen Herausforderungen der kommenden Jahre sein wird, zumal die Branche hier in direkter Konkurrenz zur gesamten Wirtschaft steht.

Die Digitalisierung, neue Arbeitsmodelle (z.B. Teilzeitmodelle, Homeoffice), die demografische Entwicklung und länderspezifische Immigrationsbeschränkungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Verbände haben diesbezüglich bereits umfangreiche Massnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung und -bindung mit den betroffenen Betrieben eingeleitet. Gemeinsam müssen mit der Politik langfristig tragfähige Lösungen gesucht werden, um eine nachhaltige Schwächung der Leistungsfähigkeit der Branche zu verhindern.  

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die gesamte Situation rund um die Energiegesetzgebung im Hinblick auf die Bereiche Energieeffizienz, Energiegewinnung und CO2-Reduktion.  Mit Sorge wurde festgestellt, dass die Energie- und CO2-Debatte zunehmend ideologisch und äusserst emotional geführt wird. Die 20 anwesenden Vertreter der nationalen Verbände wünschen sich daher eine Rückkehr zu einer faktenbasierten Diskussion und signalisieren gleichzeitig die Bereitschaft zur Eigenverantwortung und zur konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in diesem für die Zukunft so entscheidenden Thema.

Konkret wurde zudem vereinbart, einen Workshop zum Austausch und Abgleich der verschiedenen Initiativen und Programme im Bereich Nachhaltigkeit durchzuführen. Ziel ist es, allfällige gemeinsame Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

Auch die öffentliche Wahrnehmung im Umgang mit Grossraubtieren wie Bär und Wolf war ein Diskussionsthema.

Zum Abschluss der Tagung wurden die Teilnehmer durch I.K.H. Erbprinzessin Sophie v. u. z. Liechtenstein auf Schloss Vaduz zu einem Empfang eingeladen.


LHGV Liechtensteiner Hotel- und Gastronomieverband
Herrengasse 2, 9490 Vaduz, Liechtenstein
www.lhgv.li / geschaeftsstelle@lhgv.li

Weitere
06.01.2026
Willkommene Stärkung der Solidargemeinschaft: Welcome Hotels treten dem Hotelverband bei

Zum Beginn des neuen Jahres begrüßt der Hotelverband Deutschland (IHA) die Welcome Hotels als neues Mitglied in seinen Reihen. Die Hotelgruppe mit Sitz in Frankfurt am Main ist mit ihren derzeit 14 Häusern in Deutschland eine feste Größe im Bereich der gehobenen Individual- und Tagungshotellerie. Mit dem Beitritt zum Hotelverband wartet Welcome Hotels GmbH zum Jahresauftakt mit einem starken Statement zur Stärkung der Interessenvertretung der Hotellerie auf.

16.12.2025
Landgericht Berlin verurteilt Booking.com zu Schadenersatz gegenüber deutschen Hotels

Mit seinem heutigen Urteil hat das Landgericht Berlin deutschen Hotels in ihrem Kampf gegen die langjährige Verwendung von Bestpreisklauseln durch das in Amsterdam ansässige Online-Buchungsportal Recht gegeben: Booking.com hat gegen Kartellrecht verstoßen und muss die Hoteliers für die entstandenen finanziellen Schäden kompensieren. Booking.com kann sich weder auf eine Verjährung noch darauf berufen, dass die Bestpreisklauseln „notwendige Nebenabreden“ darstellen, wie zuvor bereits der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden hatte. Vielmehr unterfallen die Bestpreisklauseln von Booking.com dem Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen nach Art. 101 AEUV. „Booking.com ist damit mit seiner Argumentation, die Paritätsklauseln stellten ein legitimes Wettbewerbsinstrument dar, auf ganzer Linie gescheitert“, kommentiert Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland (IHA).

15.12.2025
Wichtige Weichenstellung für Zahlungsprozesse: MIT bleiben vom bedingungslosen Acht-Wochen-Erstattungsrecht ausgenommen

Die Europäische Kommission, der Rat und das Europäische Parlament als EU-Mitgesetzgeber haben Ende November im Trilog-Verfahren eine vorläufige Einigung zur Payment Services Regulation (PSR) erzielt. Die Verordnung wird zentrale Regeln für Zahlungsdienste und Kartenzahlungen in der EU neu ordnen. Nach derzeitigen, noch nicht veröffentlichten Informationen zeichnet sich für die Hotellerie in einem entscheidenden Punkt ein wichtiger Erfolg ab: Die sogenannten Händler-initiierten Transaktionen (Merchant-Initiated Transactions, MIT) sollen nun doch nicht einem bedingungslosen 8-Wochen-Erstattungsrecht unterfallen.