Bundeskabinett beschließt Umsetzung der Pauschalreiserichtlinie - Eine Hotelübernachtung wird nicht zur Pauschalreise

02.11.2016 | Pressemitteilung des Hotelverbandes Deutschland (IHA)
Hotelführer
© ClipDealer
© ClipDealer

Das Bundeskabinett hat am gestrigen Tag nach massiver Kritik der gesamten Tourismuswirtschaft einen vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) überarbeiteten Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften auf den parlamentarischen Weg gebracht. „Der nun verabschiedete Entwurf zur Umsetzung der Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht sattelt auf die Brüsseler Vorgaben nicht mehr oben drauf und ist nun deutlich praxistauglicher geworden. Für die Hotellerie ist es enorm wichtig, dass wir die Einzelleistungen aus dem Anwendungsbereich des Pauschalreiserechts herausgestrichen bekommen haben“, zeigt sich IHA-Vorsitzender Otto Lindner erleichtert, dass die vom Hotelverband geäußerten Kritikpunkte noch berücksichtigt wurden.

Der Gesetzentwurf enthält darüber hinaus wie vom Hotelverband gefordert auch eine Klarstellung, dass eine Kombination von Hotelübernachtungen mit anderen touristischen Dienstleistungen dann keine Pauschalreise darstellen, wenn letztere einen Anteil von 25 Prozent des Gesamtpreises nicht überschreiten. Auch Tagesreisen mit einem Wert von über 75 Euro werden zukünftig rechtlich nicht zur Pauschalreise. Außerdem wird der Bußgeldrahmen bei fehlender Absicherung von Kundengeldern nicht mehr pauschal um das Sechsfache erhöht, sondern verbleibt bei 5.000 Euro.

„Das BMJV hat unsere massive Kritik am ersten Referentenentwurf aufgegriffen und ihn an den für uns wesentlichen Stellen nachgearbeitet. Mit der sich nun abzeichnenden Umsetzung der Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht wird die mittelständisch geprägte Hotellerie in Deutschland leben können. Unser ebenso berechtigtes wie nachdrückliches Drängen auf Nachbesserungen hat Erfolg gezeigt“, resümiert Otto Lindner.

-------------------------------------------------

Über den Hotelverband Deutschland (IHA):

Der Hotelverband Deutschland (IHA) ist der Branchenverband der Hotellerie in Deutschland. Er zählt rund 1.300 Häuser aus allen Kategorien der Individual-, Ketten- und Kooperationshotellerie zu seinen Mitgliedern. Die IHA vertritt die Interessen der Hotellerie in Deutschland und Europa gegenüber Politik und Öffentlichkeit und bietet zahlreiche hotelleriespezifische Dienstleistungen an. Das Kürzel „IHA“ steht für die ehemalige deutsche Sektion der International Hotel Association.

PM 2016-11-03_Eine Hotelübernachtung wird nicht zur Pauschalreise


Weitere
23.07 2021
Wandel in der Tagungshotellerie – oder so geht MICE heute

Tagungshotels und Meeting-Locations stehen vor enormen Herausforderungen. Die durch den Ausbruch der Pandemie nochmals beschleunigten Veränderungen im MICE-Markt (Meetings, Incentives, Conventions, Events) benötigen neue Herangehensweisen, um den bereits vorhandenen neuen Erwartungshaltungen der…

07.07 2021
Tourismuswirtschaft fordert Handeln der Politik: Wir müssen beim Impfen schneller werden!
Corona-Impfzentrum

Aus Sorge vor einem Stocken der Impfungen appellieren die Verbände ASR, BTW, DEHOGA, DRV, DTV, IHA, RDA und VIR gemeinsam an Bund und Länder, das Impfen deutlich zu beschleunigen.

02.07 2021
Zahlen, Daten, Fakten: IHA-Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2021“ erschienen

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat heute seinen aktuellen Branchenreport 2021 veröffentlicht. Die bereits 20. Ausgabe dieses Standardwerkes der Branche beleuchtet in diesem Jahr ausführlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Hotelmarkt und ist entsprechend neu strukturiert worden. „Nach insgesamt über sieben Monaten im Lockdown können die Hoteliers und ihre Teams endlich wieder durchstarten. Wir sind zuversichtlich, dass sich der (Vor-Corona-) Trend zum Deutschlandurlaub und zum erdgebundenen Reisen weiter fortsetzen wird. Große Sorgen bereitet uns jedoch nach wie vor insbesondere die Situation der Stadt- und Tagungshotellerie“, erklärt IHA-Vorsitzender Otto Lindner bei der Vorlage des Branchenreports 2021.