Hotelverband für Gebührenfreiheit bei Einführung des Digitalen Euro

18.02.2026 | Pressemitteilung des Hotelverbands Deutschland (IHA)

Der Hotelverband Deutschland (IHA) begrüßt die Pläne zur Einführung des Digitalen Euro. Er bietet die Chance, die europäische Zahlungsverkehrsinfrastruktur zu stärken und die wirtschaftliche Souveränität der Europäischen Union auszubauen. Für eine erfolgreiche Markteinführung mahnt der Hotelverband praxistaugliche Rahmenbedingungen und Gebührenfreiheit bei Einführung des Digitalen Euro an. In einer Stellungnahme an die Bundesregierung hat der Hotelverband zentrale Branchenanforderungen an den Digitalen Euro adressiert: Entscheidend für die Akzeptanz des Digitalen Euros sei die Gebührenfreiheit für mit ihm getätigte Transaktionen im Niedrigbetragssegment sowie die Anwendung fester, absoluter Gebühren bei sonstigen Transaktionen.

Insbesondere im Bereich der Kleinbetragszahlungen am Point of Sale kommt dem Digitalen Euro eine strategische Bedeutung zu. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank entfallen 54 Prozent der Zahlungen an stationären Verkaufsstellen auf Beträge von bis zu 20 Euro, ein erheblicher Teil davon wird weiterhin bar beglichen. Gerade in Cafés, Restaurants, Bars und Hotels prägen solche alltäglichen Zahlungen das Zahlungsverhalten der Verbraucher. „Wenn der Digitale Euro im Alltag der Menschen ankommen soll, entscheidet sich sein Erfolg an der Ladenkasse, Theke und an der Rezeption“, erklärt Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland (IHA). „Unsere Branche mit ihrer hohen Zahlungsfrequenz kann als Multiplikator wirken und helfen, neue Zahlungsgewohnheiten zu etablieren. Dafür müssen aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.“

Gebührenfreiheit im Niedrigbetragssegment gefordert

Aus Sicht des Hotelverbands ist ein Nullentgeltregime für Digital-Euro-Transaktionen im Niedrigbetragssegment am Point of Sale die zentrale Voraussetzung für eine Akzeptanz auf Händlerseite. Nur wenn kleine Beträge gebührenfrei abgewickelt werden können, wird der digitale Euro im Wettbewerb mit bestehenden privatwirtschaftlichen Lösungen bestehen.

Feste Gebühr pro Transaktion fair und zielführend

Zudem spricht sich der Hotelverband gegen die geplanten prozentuale Transaktionsgebühren aus. Der technische Aufwand einer Zahlung ist unabhängig von der Höhe des Betrags. Für Zahlungen ohne Zahlungsausfallrisiko ist daher eine feste, transparente Gebühr pro Transaktion sachgerechter als eine prozentuale Bemessung am Transaktionsvolumen. „Gerade vor dem Hintergrund einer möglichen Akzeptanzpflicht müssen die Kosten für die Betriebe so niedrig wie möglich und dauerhaft kalkulierbar bleiben. Sie dürfen das heutige Entgeltniveau keinesfalls überschreiten“, fordert Otto Lindner.

Wettbewerb stärken, Abhängigkeiten reduzieren

Der europäische Zahlungsmarkt ist stark konzentriert. Derzeit kontrollieren die 12 größten Acquirer 78 Prozent des Marktes, ein erheblicher Teil von ihnen hat seinen Sitz außerhalb der EU. Kleine und mittlere Unternehmen zahlen dabei regelmäßig deutlich höhere Entgelte als Großunternehmen. Ein wettbewerbsfähig ausgestalteter Digitaler Euro kann eine europäische Alternative schaffen, die Resilienz des Zahlungssystems stärken und Wertschöpfung innerhalb der EU sichern.

„Der Digitale Euro wird kein Selbstläufer sein“, betont Otto Lindner. „Er wird nicht aus einer spontanen Marktnachfrage heraus entstehen, sondern ist ein politisch und strategisch motiviertes Projekt. Umso wichtiger ist es, dass er für die Unternehmen von Anfang an einen klar erkennbaren Mehrwert bietet. Nur wenn der digitale Euro einfach, kostengünstig und verlässlich in bestehende Prozesse integrierbar ist, werden die Betriebe ihn sofort aktiv unterstützen.“

Der Hotelverband Deutschland (IHA) unterstreicht seine Bereitschaft, die Einführung des Digitalen Euro konstruktiv zu begleiten. Ziel muss es sein, ein leistungsfähiges, wettbewerbsförderndes und verbraucherfreundliches Zahlungsmittel zu schaffen, das sowohl den Erwartungen der Gäste und Kunden als auch den wirtschaftlichen Realitäten der Betriebe gerecht wird.

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Über den Hotelverband Deutschland (IHA)
Der Hotelverband Deutschland (IHA) ist der Branchenverband der Hotellerie in Deutschland. Er zählt rund 1.500 Häuser aus allen Kategorien der Individual-, Ketten- und Kooperationshotellerie zu seinen Mitgliedern. Die IHA vertritt die Interessen der Hotellerie in Deutschland und Europa gegenüber Politik und Öffentlichkeit und bietet zahlreiche hotelleriespezifische Dienstleistungen an. Das Kürzel „IHA“ steht für die ehemalige deutsche Sektion der International Hotel Association.
 

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