IHA fordert Schließung der Gebührenlücke bei Commercial Cards

12.05.2026

Gemeinsam mit führenden Unternehmen und Verbänden hat sich der Hotelverband Deutschland (IHA) und der DEHOGA Bundesverband an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gewandt, um die aus Sicht der Wirtschaft unhaltbare Gebührenlücke bei Commercial Cards zu schließen. Für die Hotellerie geht es dabei insbesondere auch um virtuelle Kreditkarten der Online-Buchungsportale, die in der Praxis immer wieder zu erheblichen Zusatzkosten führen.

Während die Interbankenentgelte für Verbraucher-Debit- und Verbraucher-Kreditkarten in der EU seit Jahren gedeckelt sind, bleiben Geschäftsdebit- und Geschäftskreditkarten bislang von dieser Regulierung ausgenommen. Genau diese Lücke belastet die Hotellerie besonders stark. Denn Hotels sind überdurchschnittlich auf Geschäftsreiseumsätze, zentrale Firmenabrechnungen und digitale Plattformbuchungen angewiesen. Hinzu kommen virtuelle Kreditkarten, wie sie von Online-Buchungsportalen im Zahlungsprozess eingesetzt werden und die für viele Betriebe zu spürbar höheren Akzeptanzkosten führen.

In ihrem Schreiben machen die Unterzeichner deutlich, dass Commercial Cards im europäischen Durchschnitt Gebühren von 1,5 bis 2 Prozent verursachen. Obwohl sie nur rund 7 Prozent des EU-weiten Kartentransaktionswertes ausmachen, generieren sie nahezu 30 Prozent der gesamten Interchange-Einnahmen. Für die beteiligten Unternehmen und Verbände summiert sich die Belastung bereits auf mehr als 400 Millionen Euro pro Jahr. Gefordert wird daher eine kurzfristige Reform der EU-Interbankenentgeltregulierung, die ausdrücklich auch Geschäftskarten einbezieht, sowie ein entschlossenes Vorgehen gegen weitere unregulierte Kostentreiber wie Scheme Fees.

Zu den Unterzeichnern des Schreibens zählen neben dem Hotelverband Deutschland (IHA) und dem DEHOGA Bundesverband unter anderem auch Metro, Aral, Bauhaus Deutschland, der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA),  der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) sowie der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB). 

„Hotels sind auf effiziente und bezahlbare digitale Zahlungsprozesse angewiesen. Es ist nicht akzeptabel, dass gerade virtuelle Kreditkarten der Buchungsportale und andere Firmenkartenmodelle zu immer höheren Kosten führen, ohne dass es dafür einen fairen regulatorischen Rahmen gibt. Die Gebührenlücke bei Commercial Cards muss endlich geschlossen werden“, kommentiert Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland (IHA).

Der Hotelverband unterstützt diesen Vorstoß mit Nachdruck. Denn gerade virtuelle Kreditkarten der Online-Buchungsportale zeigen, wie Kosten im Zahlungsverkehr in regulatorische Grauzonen verschoben werden können – zulasten der Hotels. Wer es mit fairen Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt ernst meint, darf diese Entwicklung nicht länger hinnehmen.

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