Europäisches Gastgewerbe kämpft gegen die Einführung von Strafsteuern für Touristen

03.05.2012 |

(Brüssel, 3. Mai 2012) HOTREC, der europäische Dachverband der Hotels, Restaurants und Cafés, hat sich anlässlich seiner Generalversammlung in Limassol am 26./27. April 2012 einstimmig gegen die Einführung lokaler Tourismussteuern und insbesondere Bettensteuern in Europa ausgesprochen. Solche Steuern bestrafen Touristen und können der lokalen Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen. Das Gastgewerbe in der Europäischen Union muss bereits heute all seine Kräfte mobilisieren, um sich in der Wirtschafts- und Finanzkrise zu behaupten. Die Kommunen sollten daher eher unterstützende Maßnahmen ergreifen, als diese Schlüsselbranche der Europäischen Union weiter zu belasten.


Kent Nyström,
Präsident von HOTREC

Bettensteuern und ähnliche Abgaben muten der europäischen Tourismuswirtschaft und insbesondere dem Gastgewerbe erhebliche Zusatzbelastungen zu. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Einnahmen nur allgemeine Haushaltsdefizite reduzieren sollen und keinen Zusatznutzen für den Tourismus bringen. HOTREC-Präsident Kent Nyström: „Durch die Erhöhung der Kosten des Aufenthaltes können Tourismus- und Bettensteuern die Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen ernsthaft gefährden.“

Ein besonderes Ärgernis hierbei ist die teilweise anzutreffende Verknüpfung von Bettensteuern und Hotelklassifizierung. Bei einer freiwilligen Hotelklassifizierung werden die teilnehmenden Hotels aus allein steuerrechtlichen Gründen zum Verlassen des Systems verführt. Auf diese Weise verlören die Gäste einen der am besten etablierten Anker für ihre Hotelauswahl.

HOTREC kämpft daher gegen die Einführung kommunaler Tourismussteuern. In Fällen, wo die Einführung solcher Steuern unvermeidlich ist, sollten alle Unternehmen, die vom lokalen Tourismus profitieren, gleichermaßen belastet und in die Entscheidung über die sinnvollste Mittelverwendung eingebunden werden. Die Ausgabe der Zusatzeinnahmen für touristische Marketingaktivitäten sollte alles in allem auch fiskalisch einen positiveren Effekt haben, als das Ausbleiben von Touristen und der korrespondierenden (Steuer-)Einnahmen.

Der volle Wortlaut des HOTREC Positionspapieres steht auf www.hotrec.eu (in englischer Sprache) zur Verfügung.


HOTREC repräsentiert Hotels, Restaurants und Cafés in Europa. Die Branche steht für 1,7 Mio. Betriebe, von denen rund 92% Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten sind. Das Gastgewerbe bietet allein in der EU 9,5 Mio. Arbeitsplätze. HOTREC vereint 43 national Hotel- und Gaststättenverbände.
 

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