Gastronomie und Hotellerie unter Druck: Branchenverbände suchen gemeinsame Lösungen

02.06.2026 | Gemeinsame Pressemitteilung von WKÖ, ÖHV, HORESCA, Hotelleriesuisse, Gastrosuisse, LHGV, HGV, DEHOGA und IHA

Vertreter der Hotellerie und Gastronomie aus dem deutschsprachigen Raum diskutierten über Marktlage, Arbeitsmarkt und Buchungsplattformen.

Die Fachverbände der Wirtschaftskammer Österreich und die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) luden Kollegen aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol zum Treffen der deutschsprachigen Branchenverbände nach Innsbruck ein. Im Mittelpunkt standen Herausforderungen, Perspektiven und neue Impulse.

Wirtschaftliche Lage

Der Blick über die Grenzen zeigt: Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich zwar im Detail, die zentralen Herausforderungen bleiben in allen Ländern dieselben: Trotz guter Auslastung belasten stark gestiegene Energie-, Einkaufs- und Personalkosten die Ertragslage der Betriebe. Einsparungen sind in vielen Bereichen kaum mehr möglich, während sich die Kostensteigerungen nur teilweise an die Gäste weitergeben lassen. Hinzu kommt eine spürbare Kaufzurückhaltung: Nachspeisen werden weggelassen, ein zweites Glas Wein seltener bestellt, und Zusatzleistungen wie Massagen weniger häufig gebucht. 

Der Blick über die Grenze soll helfen, voneinander zu lernen. Alle beobachten seit Jahren einen Strukturwandel: Die Zahl traditioneller Gasthäuser sinkt stetig, die Nachtgastronomie ist mit existenzbedrohenden Rückgängen konfrontiert. Treibende Kräfte des Wandels sind u. a. demographische Entwicklungen und verändertes Konsum- und Ausgehverhalten wichtiger Gästegruppen.

Gastronomie und Hotellerie bleiben ein zentraler Wirtschaftsfaktor und verlässlicher Arbeitgeber, stehen aber unter wachsendem Ergebnisdruck. „Wir brauchen keine Schönwetterdebatten, sondern Rahmenbedingungen, die die Kosten bremsen, die Betriebe entlasten und unternehmerisches Arbeiten wieder planbarer machen“, betonen Alois Rainer und Georg Imlauer, Obmänner der Fachverbände Gastronomie und Hotellerie der WKÖ, sowie Walter Veit, Präsident der ÖHV.

Auch bei innovativen Projekten ziehen die Branchenverbände länderübergreifend an einem Strang – etwa bei der Förderung von Tourismusakzeptanz und Branchenimage, der Steigerung der Mitarbeiter:innenzufriedenheit, neuen Aus- und Weiterbildungswegen sowie der Einbindung von Tourismusschulen.

„Das diesjährige Treffen mit insgesamt 27 Teilnehmer:innen zeigt einmal mehr: Gerade in herausfordernden Zeiten sind Austausch, Zusammenarbeit und der Blick über Grenzen hinweg entscheidend, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln und neue Impulse für die Branche zu setzen“, so die Branchensprecher.
 

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