April, April

Hotelführer

Markus Luthe / 01.04 2014

icon min Lesezeit

icon 0 Kommentare

Zurück

Blogpost von Markus Luthe zu touristischen Aprilscherzen

Der 1. April ist ein Tag, der für seriöse Pressemitteilungen oder Blogbeiträge eigentlich tabu ist. Aus diesem Grund habe ich meinen Blog "Einklassenschiff" zur Völkerfreundschaft auch bereits gestern Abend online gestellt. So was glaubt einem ja sonst keiner...

Heute Morgen sah ich mich beim Lesen der Schlagzeile in der Süddeutschen Zeitung gleich bestätigt. Dort wurde just zum 1. April eine bereits im Oktober 2013 abgeschlossene RWI-Simulation zur Abschaffung aller Ermäßigungstatbestände bei der Umsatzsteuer besprochen. Entschuldigung, aber da muss man doch an einen Aprilscherz glauben. Zumal ja ausgerechnet die Medien die einzige Branche sind, der im rot-schwarzen Koalitionsvertrag auch noch eine Ausweitung des ohnehin reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf ihre digitalen Produkte versprochen wurde (Seite 134)...

Das verleitet mich dazu, meinen persönlichen Billboard-Affekt, also meine absolut subjektive Hitliste echter Aprilscherze des Tages mit Branchenbezug zusammenzustellen. Hier sind meine Top 3 in umgekehrter Reihenfolge:

Platz 3:  
"Finanzämter verlosen jede Woche einen Audi" (Ute Müller, Die WELT)

Portugal hat den schlimmsten Teil der Schuldenkrise ausgestanden. Um nun die Steuermoral zu heben, verlosen portugiesische Finanzämter ab sofort jede Woche einen Audi – mit zwiespältigen Konsequenzen."

Platz 2:
Sondersolidaritätszuschlag für den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) (www.soli-ber.de)

Wie bei anderen durch Bund und Länder getragenen Projekten auch besteht zur Sicherung der Finanzierung die Möglichkeit, den Steuerzahler direkt an den Mehrkosten zu beteiligen. Da alle öffentlichen Reserven mittlerweile ausgereizt sind und im aktuellen Haushalt keine weiteren öffentlichen Mittel zur Verfügung stehen, beschloss der Bundestag in seiner Sitzung am 28. März 2014 einen Sondersolidaritätszuschlag für den Flughafen Berlin Brandenburg ab dem 1. Juli 2014 für ein Jahr (12 Monate) in einer Höhe von 1 Euro / Monat für jeden sozialversicherungspflichtigen Deutschen."

Platz 1:  
Platz in Berlin nach NSA-Direktor Keith Alexander für seine Verdienste um die IT-Sicherheit benannt (TeleTrusT – Bundesverband IT-Sicherheit)

Dem scheidenden Direktor der National Security Agency (NSA) in den Vereinigten Staaten, General Keith Alexander, wird aufgrund seiner Verdienste um öffentliche Bewusstseinsschärfung für IT-Sicherheit eine besondere Ehre zuteil: Ein zentraler Platz in der deutschen Hauptstadt wird nach ihm benannt."


0 Kommentare
Geschrieben von
Markus Luthe
Dipl.-Volkswirt / Hauptgeschäftsführer
Hotelverband Deutschland (IHA)

office@hotellerie.de
Sei der erste der kommentiert

Kommentar hinzufügen

×
Name ist erforderlich!
Geben Sie einen gültigen Namen ein
Gültige E-Mail ist erforderlich!
Gib eine gültige E-Mail Adresse ein
Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Weitere
16.10.2022 von Markus Luthe
Durchsichtig

Parlamentarismus lebt von Kontakten mit Interessenverbänden. Das ist legitim und eine demokratische Selbstverständlichkeit, solange politische Entscheidungsprozesse transparent bleiben und die Interessenvertreter gleiches Gehör finden.

Mit dem zum 1. März 2021 eingeführten Lobbyregister des…

28.08.2022 von Markus Luthe
Saunascham

Nach der Flugscham soll jetzt allen Ernstes die Saunascham folgen? Eine solche Debatte befeuert zumindest der sommerliche Medien-Saunagang von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. Er trifft damit die Wellnesshotels über seine Landesgrenzen hinaus ins Mark und offenbart ein für einen Regierungschef eines Tourismuslandes durchaus bemerkenswertes Marktunverständnis. Und Klaus Müller, der ehemalige grüne Umweltminister aus Schleswig-Holstein und jetzige Chef der Bundesnetzagentur, macht an diesem Wochenende einen medialen Saunaaufguss mit der herben Duftnote der „groben Unsolidarität“.

16.08.2022 von Markus Luthe
Sternstunde

Der Sommer ist die beste Zeit für ungetrübte Sternebeobachtung – und damit auch für einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Hotelsterne. Konkret angeregt zu dieser kleinen Sternstunde wurde ich von einer jüngst erschienenen Recherche von James Langton zur bekanntermaßen nur vermeintlichen 7-Sterne-Klassifizierung des Burj Al Arab in Dubai. Der Artikel enthielt für mich erstmals einen Hinweis auf die englische Reiseschriftstellerin Mariana Starke (1762-1838), aber dazu später mehr.

--------------------------------------

Scroll down for an English translation!