Monster, Toaster und Cappucino-Plörre

Hotelführer

Markus Luthe / 11.03 2011

icon min Lesezeit

icon 0 Kommentare

Zurück

 

Blog von Markus Luthe zu Hotelbewertungen vom 12. März 2011

Auf dem  stand am Donnerstag eine sehr gut besuchte Podiumsdiskussion „Social Media & Hotelbewertungsplattformen – Freunde fürs Leben“ auf dem Programm, die von Gabriele Schulze (Inhaberin marketing4results) moderiert wurde. Es diskutierten Juliane Cray (Industry Head Travel, Google Germany), Christine Peterson (President TripAdvisor for Business), Jörg Trouvain (CEO HolidayCheck), Marco Nussbaum (Co-Founder & CEO Prizeotel Bremen) und meine Wenigkeit.


http://www.hotellerie.de/uploads/blog/fvw_daily_20110311.pdf
Von rechts nach links: Juliane Cray (Google), Christine Petersen (TripAdvisor), Jörg Trouvain (HolidayCheck), Marco Nussbaum (Prizeotel), Markus Luthe (IHA); © fvw daily vom 11. März 2011

In einem Interview mit HospitalityInside (Ausgabe vom 25. Februar 2011) hatten das IHA-Beiratsmitglied Nussbaum und ich bereits aktuelle Knackpunkte aus Sicht der Hotellerie in der Zusammenarbeit mit TripAdvisor oder Google benannt: Sich rasant ändernde Geschäftsmodelle und Geschäftsgrundlagen, nicht ausreichende Qualitätskontrollen zum Schutz vor Manipulationen und Erpressungsversuchen und fehlendes interkulturelles „Fingerspitzengefühl“. Selbstverständlich betrifft dies die beiden Portale in jeweils unterschiedlichem Ausmaß.

Von mir wurde auf dem ITB-Kongress Richtung Google kritisiert, dass die Bewertungskriterien und die Symbolik für Hotels andere als für Autos oder Toaster sein müssen. Auch müsse bei Hotelbewertungen eine redaktionelle Kontrolle der Veröffentlichung vorgeschaltet sein, damit sinnfreie und böswillige „Cappuccino-Plörre“-Verrisse nicht mehr online gehen können. Auch Juliana Cray von Google sah hier Nachbesserungsbedarf und sicherte zu, dass der bereits aufgenommene Dialog der Google-Spezialisten mit den Hotelverbänden konzentriert fortgeführt werde.

Auch Christine Petersen von TripAdvisor räumte ein, dass aus Sicht des europäischen Marktes der internationale Marktführer nicht immer die notwendige Sensibilität an den Tag gelegt habe, und gelobte glaubwürdig Besserung. Dabei erlangte eine Hotelbewertung eines amerikanischen Gastes Symbolkraft, in der ein deutscher Hotelier als „Monster“ tituliert wurde. Nicht nur bei der Überprüfung solch offenkundig berechtigter Beschwerden der Hoteliers will TripAdvisor zukünftig mehr Sensibilität walten lassen. Noch wichtiger ist die ebenfalls cora publico getroffene klare Aussage, dass TripAdvisor keinerlei Begünstigung von Buchungen für die Muttergesellschaft Expedia im eigenen System implementiert hat und auf unser Insistieren hin auch eine Überprüfung der Übernahmemodalitäten von Expedia-Bewertungen in das TripAdvisor-System vornehmen wird.

Für mich ist diese neue Tonalität und der konstruktive Verlauf der ITB-Podiumsdiskussion ein weiterer Beleg dafür, dass der von HOTREC im November 2007 mit allen relevanten Bewertungsanbietern gestartete


0 Kommentare
Geschrieben von
Markus Luthe
Dipl.-Volkswirt / Hauptgeschäftsführer
Hotelverband Deutschland (IHA)

office@hotellerie.de
Sei der erste der kommentiert

Kommentar hinzufügen

×
Name ist erforderlich!
Geben Sie einen gültigen Namen ein
Gültige E-Mail ist erforderlich!
Gib eine gültige E-Mail Adresse ein
Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Weitere
26.04 2021 von Markus Luthe
Offenbarungseid
Insolvenz

Die deutsche Hotellerie, die deutsche Wirtschaft schliddert in Richtung eines ganz entscheidenden Datums: Just mit dem „Tag der Arbeit“ am 1. Mai werden viele Unternehmen in Deutschland entscheiden müssen, ob sie noch einen Ausweg aus der Corona-Krise sehen oder ihren Kampf ums Überleben und die Arbeitsplätze verloren geben müssen.

23.02 2021 von Markus Luthe
Blocking.com
American Football

Während die Hotellerie weiter händeringend auf die Auszahlung der Novemberhilfen für die Auszahlung der Februarlöhne wartet und von bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag reichenden Stufenplänen für den Re-Start schockiert wird, bauen die Hotelportale unterhalb des Branchenradars ihre dominierende Marktposition munter aus, allen voran Booking.com. ...

15.02 2021 von Markus Luthe
Schafft Wissen!
Covid-19-Test

Die Bundesregierung und die Ministerpräsident*innen legen Wert auf die Feststellung, unser Land evidenzbasiert und wissenschaftlich fundiert durch die Corona-Krise und den Lockdown zu führen. Dieses Narrativ wird gerne auch durch Einladungen namhafter Wissenschaftler zu Beginn der jeweiligen Entscheidungsgipfel gepflegt. Umso buchstäblich fragwürdiger ist das dann anschließend verkündete Öffnungsszenario, bei dem Restaurants und Hotels erst ganz, ganz hinten im noch nicht einmal ausgearbeiteten Zeitplan einsortiert werden. Auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten können sich die Entscheidungsträger*innen dabei jedenfalls nicht berufen. ...