Das Jahr der Direktbuchung

Markus Luthe / 08.04 2010

icon min Lesezeit

icon 0 Kommentare

Zurück

Blog von Markus Luthe zum E-Marketing vom 8. April 2010

Geprägt von den (mobilen) Eindrücken des zurück am Münchener Flughafen rufe ich 2010 zum „Jahr der Direktbuchung“ aus!

Zugegeben: Einen Anspruch auf Originalität für diesen Claim habe ich nicht, denn der wurde bereits von Patrick von Xotels abgesteckt. Dem Online-Marketing-Experten ist nicht nur aufgefallen, dass mehr und mehr Individualhotels auf den Seiten der Buchungs- und Bewertungsportalen, E-Marktplätze und Communities Spitzenpositionen einnehmen. Er sieht auch bei den (Meta-) Suchmaschinen – seien sie nun „sozial“, „semantisch“ oder „technisch“ – einen Trend hin zu einer Dominanz kleinerer, lokal geführter Häuser und Ketten. 

Für Deutschland hat die Online-Community trivago, deren Kernbausteine Metasuchmaschinen für Preisvergleiche und Hotelbewertungen bilden, den Trend und den Bedarf beim User in Deutschland als erste erkannt. Die Suchroboter von trivago suchen seit kurzem nicht nur die Online-Buchungsportale, die Computer Reservierungssysteme (CRS) und Global Distribution Systeme (GDS) nach der besten verfügbaren Rate ab, sondern eben mehr und mehr auch Online-Buchungssites der Individualhotellerie.

Auch die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) bietet mit Unterstützung des Hotelverbandes Deutschland (IHA) einen solchen Service auf ihren Auslandswebseiten an.  Tab.: Vertriebskanäle der Hotels in Deutschland (2003 – 2009)

Akt. Rang
(vorherige Erhebung)
Vertriebskanal Anteil
2003
in %
Anteil
2005
in %
Anteil
2007
in %
Anteil
2009
in %
1 (6) Internetportale 4,1 7,1 9,9 24,7
2 (7) Eigene Homepage 2,0 5,9 6,0 22,6
3 (3) E-Mail 5,9 9,7 11,3 10,8
4 (1) Telefon 32,2 29,0 20,5 9,9
5 (8) Global Distribution Systems (GDS) 8,1 8,6 5,4 8,7
6 (5) Reiseveranstalter 10,7 8,5 10,0 6,3
7 (2) Telefax 24,1 16,9 13,5 5,8
8 (10) Eigenes Call Center 2,3 2,0 2,7 4,6
9 (9) Walk ins 2,7 3,9 4,8 2,6
10 (11) Brief 2,1 2,1 2,5 1,5
11 (4) Eigenes Computer Reservation System (CRS) 1,0 2,0 11,3 0,8
12 (13) Fremdes Computer Reservation System (CRS) 0,7 1,0 0,8 0,8
13 (14) Sonstige (Persönliche Ansprache etc.) 3,1 1,8 0,3 0,8
14 (12) Touristische Marketing-Organisationen (Stadt, Region, Land) 1,0 1,6 0,9 0,6
Gesamt   100,0 100,0 100,0 100,0

Quelle: IHA-Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2010“  

Einen generellen Trend hin zur Internetbuchung, aber auch hin zur Buchung über die Hotelhomepage belegt auch eine repräsentative Befragung (n=866) des Hotelverbandes Deutschland (IHA) unter seinen Mitgliedern für den aktuellen Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2010“: Danach liegen nach jeweils rasantem Wachstum in den letzten beiden Jahren Hotelbuchungsportale (24,7 %) und die hoteleigenen Homepages (22,6 %) fast gleichauf beim Buchungsvolumen. 2010 – Das Jahr der Direktbuchung!


0 Kommentare
Geschrieben von
Markus Luthe
Dipl.-Volkswirt / Hauptgeschäftsführer
Hotelverband Deutschland (IHA)

luthe@hotellerie.de
Sei der erste der kommentiert

Kommentar hinzufügen

×
Name ist erforderlich!
Geben Sie einen gültigen Namen ein
Gültige E-Mail ist erforderlich!
Gib eine gültige E-Mail Adresse ein
Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Weitere
14.09.2026 von Markus Luthe
Wir machen das mit den Fähnchen?

Begleicht ein Hotelgast beim Check-out seine Zimmerrechnung über bspw. 150 Euro mit einer der handelsüblichen Kreditkarten, muss das Hotel hiervon rund 3 Euro (2 Prozent) an den Zahlungsdienstleister abtreten. Mitunter auch noch deutlich mehr, je nachdem welche Karte der Kunde gerade zückt. Kein Wunder also, dass sich eine margenschwache Branche nach einer alternativen, kostengünstigeren Zahlungsmethode sehnt. Der digitale Euro hätte also das Potenzial zum Hoffnungsträger. Doch sein Glanz verblasst umgehend, wenn beim Kostenmodell einfach nur ein einfallsloses Copy & Paste des Bisherigen erfolgt!

10.09.2026 von Markus Luthe
Nachhaltig amtlich

Einmal im Jahr, wenn die Blätter fallen, leitet das Bundesverwaltungsamt (BVA) den Ratenfindungsprozess für das „Hotelverzeichnis des Bundes“ ein. Das ist die zentral verhandelte Hotelliste für Dienstreisen der Bundesverwaltung, letztlich ist sie aber für alle Beamten und Angestellten der öffentlichen Hand relevant. Die amtliche Bezeichnung innerhalb des Travel Management Systems des Bundes lautet „TMS-Hotelliste Inland/Ausland“.

Mir geht es um den Nachhaltigkeitsaspekt von Amts wegen: Die Bundesregierung Merkel IV hatte am 25. August 2021 beschlossen, die Nachhaltigkeit bei erforderlichen Übernachtungen im Rahmen von Dienstreisen zu erhöhen. Das Hotelverzeichnis des Bundes sollte hierzu sukzessive bis Ende 2023 auf zertifizierte nachhaltige Hotels umgestellt werden. Als Anreiz wurde ausgelobt: „Sofern kein Hotel des Verzeichnisses gewählt werden kann, können bis zu 20 % höhere Kosten für ein zertifiziertes nachhaltiges Hotel anerkannt werden.“ Die entsprechenden Kriterien sollten mit dem Umweltbundesamt (UBA) abgestimmt werden.

20.07.2026 von Markus Luthe
Frontalunfall abgewendet

Die (Verkehrs-)Zeichen stehen günstig: Die Platform-to-Business Regulierung (P2B) scheint nicht mehr unter die Räder des Digital Omnibus zu geraten!

Nach meiner Blogpost-Unfallwarnung „Aus P2B mach AGB“ vom 19. Februar 2026 haben unsere Verkehrsleitsysteme den mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durchs Brüsseler Regierungsviertel rasenden Digital Omnibus wohl noch gerade so unfallfrei in der Spur halten können.