HOTREC mahnt notwendige Flexibilität bei den Arbeitsbedingungen an

12.11.2018 | Pressemitteilung von HOTREC Hospitality Europe
Hotelführer
© ClipDealer
© ClipDealer

Brüssel, 12. November 2018 - HOTREC fordert die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, anlässlich der nächsten Plenarsitzung die Beratungen zum Richtlinienvorschlag über transparente und verlässliche Arbeitsbedingungen (COM (2017) 797 final) wieder aufzunehmen. Die Empfehlungen des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten (EMPL) würden insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen im Gastgewerbe großen Schaden zufügen, da notwenige Flexibilität verloren ginge und der Verwaltungsaufwand drastisch zunähme.

„Das Gastgewerbe in Europa besteht aus 1,9 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), von denen 90% Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern sind. Viele von ihnen arbeiten mit einem Zeitplan von 24 Stunden an 7 Tagen die Woche. Die Unvorhersehbarkeit der Aktivitäten (z.B. der Ausfall eines Kochs in letzter Minute) macht es für die Branche schwierig, z.B. gleich am ersten Arbeitstag allen Arbeitnehmern schriftliche Erklärungen zum Arbeitsvertrag zu geben. Darüber hinaus benötigt der Sektor auch Flexibilität bei der Art seiner Arbeitsverträge, die bei einem befristeten Vertrag oder einem Teilzeitvertrag je nach den Bedürfnissen nun einmal sehr unterschiedlich sein können“, erklärt Susanne Kraus-Winkler, Präsidentin von HOTREC.

„Ohne ein gewisses Maß an Flexibilität sowie die Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips bei der Definition des Arbeitnehmer-Begriffs kommen auf das Gastgewerbe mit seinen besonderen Arbeitsbedingungen neue enorme Herausforderungen zu,“ warnt Jean-Marc Banquet d'Orx, Vorsitzender des Sektoralen Sozialen Dialogs von HOTREC.

Markus Luthe ergänzt als deutsches Mitglied im Executive Committee von HOTREC: „Wir weisen es als praxisfern zurück, dass ein Gastronom beispielsweise schon am ersten Arbeitstag Informationen zur Dauer der Probezeit, die Modalitäten und Vergütung von Überstunden oder die Festlegung variabler Arbeitszeitpläne schriftlich vorlegen muss. Auch können wir die Annahme von Aufträgen nicht von einer zuvor durchzuführenden, aufwändigen Prüfung der Referenz-Arbeitszeiten der Mitarbeiter unserer Betriebe abhängig machen. Ebenso sind die vorgesehenen Sanktionen gänzlich unverhältnismäßig und greifen tief in das Vertrauensverhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmern ein, wenn sie das Vorliegen einer unbefristeten Vollzeitstelle verbindlich unterstellen, sobald die Informationen über Probezeiten oder Befristungen nicht gleich am ersten Arbeitstag vorgelegt werden.“

HOTREC fordert daher das Europäische Parlament auf, die Diskussionen im Plenum fortzusetzen und die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen des Gastgewerbes angemessen zu berücksichtigen.

Pressekontakt: Guillaume Brouillet, guillaume.brouillet@hotrec.eu, + 32 (0)2 513 63 23

PM 2018-11-12_HOTREC-Pressemitteilung_HOTREC mahnt notwendige Flexibilität bei den Arbeitsbedingungen an


Weitere
28.09 2021
GVFH vergibt zwei Stipendien für die Weiterbildung Revenue Manager (DHA)

Anlässlich des IHA-Hotelkongress in Berlin wurde am 21. September je ein Stipendienplatz an Jaqueline Becker und Mohamed Abdelmaksoud vergeben. Möglich gemacht hat dies der Gemeinnützige Verein zur För-derung der Hotellerie in Deutschland (GVFH), der erstmals gemeinsam mit der Deutschen Hotelakademie (DHA) und dem Hotelverband Deutschland (IHA) zwei Stipendienplätze für die Weiterbildung Revenue Management vergeben hat.

27.09 2021
Interessenvertretung der Hotellerie: NOVUM Hospitality tritt dem Hotelverband bei

Die NOVUM Hospitality hat anlässlich des IHA-Hotelkongresses ein starkes Statement zur Stärkung der Interessenvertretung der Hotellerie gegeben: Zum 1. Januar 2022 tritt die Hotelgruppe mit Sitz in Hamburg dem Hotelverband Deutschland (IHA) bei. NOVUM Hospitality zählt mit europaweit mehr als 150 Ho-tels an über 60 Standorten und insgesamt über 20.000 Zimmern im 3- bis 4-Sterne-Segment zu den größten Hotelgesellschaften in Europa. Das Hotelportfolio der NOVUM Hospitality umfasst Häuser in stets zentraler Lage, die unter den Marken Novum Hotels, Select Hotels, the niu, Yggotel und acora Living the City betrieben werden.

22.09 2021
IHA-Hotelkongress 2021 / Innovation Summit: DialogShift und Hotelbird überzeugen die IHA-Mitglieder
Olga Heuser von DialogShift gewinnt den IHA-Branchenaward für Start-ups 2021.  Foto: Stefan Anker

Nach der coronabedingten Pause von einem Jahr führte der Hotelverband Deutschland (IHA) im Rahmen seines Jahreskongresses im Mercure Hotel MOA in Berlin bereits zum fünften Mal einen Innovation Summit durch und ließ seine Mitglieder direkt per Abstimmung über die Vergabe des Branchenawards für Start-ups und die „Produktinnovation des Jahres“ aus Reihen seiner Preferred Partner entscheiden. Bei den Start-up-Unternehmen setzte sich DialogShift durch. Bei den Preferred Partnern siegte Hotelbird. „Wir freuen uns über die starke Akzeptanz unserer Wettbewerbe und sind stolz auf die Vielfalt, Qualität und Innovationskraft der Beiträge. Den Gewinnerinnen, aber auch allen anderen Endrundenteilnehmern gratulieren wir von Herzen“, erläutert IHA-Vorsitzender Otto Lindner das Engagement des Hotelverbandes.