Frankreich will Ratenparität gesetzlich verbieten - Wichtiger Schritt zur Wiedergewinnung der unternehmerischen Freiheit

18.06.2015 | Pressemitteilung von HOTREC Hospitality Europe
Hotelführer

Brüssel / Paris, 18 Juni 2015. Die französische Nationalversammlung hat eine wichtige Entscheidung getroffen mit der Annahme der Abstimmung über ein Verbot von Ratenparitätsklauseln in den Verträgen zwischen Hoteliers und Online-Buchungsportalen und deren Klassifizierung als "Vertretungsmandat" ("mandate contrat"). Dies wäre die erste explizite Entscheidung eines Gesetzgebers, Ratenparitätsklauseln in solchen Verträgen generell zu verbieten. Mit dieser Entscheidung würden die Hoteliers in Frankreich endlich ihre unternehmerische Freiheit wiedererlangen und könnten ihren Gästen die Konditionen- und Buchungsvorteile gewähren, die sie für angemessen erachten.

Dieser Schritt würde Hotels erlauben, sowohl auf ihren eigenen Online- wie auch Offline-Vertriebskanälen niedrigere Preise anzubieten als über ihre Vertriebsmittler und somit das Ende verpflichtender Ratenparitäten bedeuten. Im Vergleich zu den Entscheidungen einiger nationaler Kartellämter vom 21. April 2015, die eine freie Preissetzung nur offline - also in anderen Worten mit den Kommunikationsmitteln des 20. Jahrhunderts, wie Telefon, Telefax, Briefe usw. - vorsahen, orientiert sich der parlamentarische Abstimmungstext an den Realitäten des Hier und Jetzt. Sobald das Gesetz endgültig angenommen sein wird, haben die Buchungsmittler diejenign Preise anzugeben, die das Hotel selbständig vorgibt.

"Das ist mehr als ein Sieg für unseren Berufsstand, da ist eine Revolution für die gesamte französische Hotellerie und ihre Gäste auf dem Weg. Nach der Entscheidung der Wettgewerbsbehörde wird dieser Beschluss des Parlamentes zu einer Renovierung der gesamten vetraglichen Beziehungen zwischen Hotels und Buchungsportalen führen basierend auf Vertrauen und im Interese der Verbraucher", erklärte Roland Heguy, Präsident von HOTRECs französichem Mitgliedsverband UMIH.

"Die europäische Hotellerie erachtet die Entscheidung der französischen Nationalversammlung als enen enorm wichtigen Schritt im Prozess der Wiedererlangung ihrer unternehmerischen Freiheit in ganz Europa. Frankreich wäre das erste Land, das eine Anwendung der wettbewerbsfeindlichen Ratenparitätsklauseln per Gesetz explizit verbietet, und das zweite Land, in dem nach der Entscheidung des deutschen Bundeskartellamts solche Klauseln in dern einen oder anderen Weise untersagt wären”, begrüßte HOTREC-Generalsekretär Christian de Barrin das französische Vorgehen.

* * *

Für weitere Information: www.hotrec.eu

Pressekontakt: Daniel Makay, +32 2 504 78 42, daniel.makay@hotrec.eu

D-0615-298-DM-Press release_French mandate contrat


Weitere
17.05 2022
Hotellerie maßlos enttäuscht über die Entscheidung der Karlsruher Richter zur Rechtmäßigkeit von Bettensteuern

Mit großem Unverständnis reagieren der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) und der Hotelverband Deutschland (IHA) auf das am heutigen Dienstag ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den so genannten Bettensteuern in den Stadtstaaten Bremen, Hamburg sowie der Stadt Breisgau in Freiburg. Das höchste deutsche Gericht entschied, dass die örtlichen Übernachtungssteuern in Beherbergungsbetrieben, auch Bettensteuer, City-Maut oder Kulturförderabgabe genannt, mit dem Grundgesetz vereinbar sind. „Wir sind maßlos enttäuscht über diese Entscheidung, auf die wir über sechs Jahre gewartet haben. Leider wurden dem kommunalen Steuerfindungsrecht keine Grenzen gesetzt. Es bedeutet nach den massiven Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Pandemie einen weiteren herben Schlag für die Branche“, so die Verbände.

17.05 2022
Statement von Otto Lindner zum Bettensteuer-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

„Wir sind enttäuscht, dass Karlsruhe der Kreativität kommunalen Steuerfindungs-rechts keinen wirksamen Riegel vorgeschoben hat. Nie gab es einen schlechteren Zeitpunkt, Bettensteuern als Sondersteuer für Hotels zu legalisieren.“

Otto Lindner
IHA-Vorsitzender

11.05 2022
Weiterbildung für Revenue Manager und Nachhaltigkeitsmanager

Der Hotelverband Deutschland (IHA) macht darauf aufmerksam, dass der Gemeinnützige Verein zur Förderung der Hotellerie in Deutschland (GVFH) e.V. auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Deutschen Hotelakademie (DHA) einen Studienplatz für die Weiterbildung zum Revenue Manager (DHA) sowie zwei Studienplätze für die berufsbegleitende Weiterbildung Nachhaltigkeitsmanager (DHA + GreenSign©) vergeben. Studienstart ist im Oktober 2022.