Nachhaltigkeit

26.03.2024

Booking.com nimmt sein „Travel Sustainable“-Programm weltweit offline nach einem Einschreiten der niederländischen Behörden

Nach Angaben der niederländischen Behörde für Verbraucher und Märkte (ACM) hat Booking.com aufgrund einer entsprechenden Beschwerde beschlossen, das so genannte „Travel Sustainable“-Programm ab dem 25. März 2024 vom Netz zu nehmen. Bei diesem Programm erhielten die angeschlossenen Unterkünfte Punkte („Levels“) sowie ein oder mehrere grüne Blätter auf der Website von Booking. Die Punktzahlen liegen zwischen 1 und 3+, je nach den Nachhaltigkeitsanstrengungen der jeweiligen Unterkunft.

Die ACM hält die Darstellung dieses Programms für irreführend. Der Claim Travel „Sustainable“ könne fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass Reisen nachhaltig sei. Darüber hinaus sei nicht ausreichend klar, auf welche Aspekte sich die Angabe beziehe, was zu einem verzerrten Bild der tatsächlichen Nachhaltigkeitsbemühungen der Unterkünfte führen könne. Booking.com hat daraufhin die falschen Nachhaltigkeitsangaben des Travel Sustainable-Programms weltweit vom Netz genommen und die ACM darüber informiert, dass sie an einem verbesserten System arbeiten.

Edwin van Houten, Direktor der Verbraucherabteilung der ACM, sagt: „Es ist wichtig, dass Unternehmen klare, korrekte und relevante Angaben zur Nachhaltigkeit machen. Die Verbraucher sind sich mehr und mehr der Auswirkungen bewusst, die sie selbst auf das Klima haben, auch wenn sie reisen. Deshalb müssen die Verbraucher bei der Auswahl von Unterkünften in der Lage sein, die verwendeten Nachhaltigkeitsangaben zu verstehen und sich darauf zu verlassen.“

Laut ACM erfüllte das Travel Sustainable-Programm von Booking.com nicht die gesetzlichen Anforderungen, die in den ACM-Leitlinien für Nachhaltigkeitsbehauptungen dargelegt seien. Das jetzt vom Netz genommene System habe konkret die folgenden Anforderungen nicht erfüllt:

  • Der Name des Travel Sustainable-Programms sei eine möglicherweise irreführende Nachhaltigkeitsaussage gewesen. Er impliziere, dass das Reisen und der Aufenthalt in einer der dem Programm angeschlossenen Unterkünfte nachhaltig seien, obwohl dies nicht stimme. Die Verwendung des grünen Blattes verstärke diesen Eindruck noch.
  • Das Programm habe einen verzerrten Eindruck von den Unterkünften vermittelt, die nicht an dem Programm beteiligt sind. Da es in diesen Unterkünften keine solchen Blätter oder Behauptungen gegeben habe, hätte der Eindruck entstehen können, dass diese Unterkünfte keine Nachhaltigkeitsbemühungen unternommen haben.
  • Es sei für die Verbraucher nicht klar gewesen, worauf die Bewertungen beruhten. Dies sei von Booking.com auf der allgemeinen Seite des Programms nicht deutlich genug erklärt worden.
  • Nicht alle Maßnahmen, die bei den Unterkünften aufgelistet wurden, hätten als Maßnahmen qualifiziert werden können, die einen signifikanten Nutzen für die Nachhaltigkeit bringen, z. B. der Verzicht auf Einwegplastik in einem Hotel. Dies sei in der Europäischen Union bereits verboten und stelle daher keine zusätzliche Nachhaltigkeitsleistung des Hotels dar.

Booking.com habe sich nach Angaben der niederländischen Behörde verpflichtet, den Claim „Travel Sustainable“ sowie die damit verbundenen Bewertungen nicht mehr zu verwenden. Darüber hinaus werde Booking.com bei der Präsentation von Unterkünften keine Symbole wie grüne Blätter mehr verwenden.

Die ACM begrüßte, dass Booking.com Maßnahmen ergreife und an einem verbesserten Programm arbeite, das auf Zertifizierungen durch Dritte basiere und darauf abziele, die Unterkünfte nachhaltiger zu gestalten. Dies helfe den Verbrauchern, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, und ermutige Unternehmen, in Nachhaltigkeit zu investieren.

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