Lebensmittel

04.08.2022
Hotelführer

Kritik an Forderung zur Einführung eines verpflichtenden staatlichen Tierwohllabels für die Gastronomie

Bereits auf einer Pressekonferenz am 7. Juni 2022 stellte Bundesminister Özdemir Eckpunkte eines geplanten Tierhaltungskennzeichnungsgesetz vor, mit dem die Bundesregierung für mehr Transparenz sorgen und die landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland zukunftsfest gestalten will. Bis dato obliegt der Gastronomie keine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung. Der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zum „Tierhaltungskennzeichnungsgesetz“ wird derzeit in einigen Fachmedien diskutiert und liegt auch dem DEHOGA Bundesverband vor.

Die verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform ist danach zunächst vorgesehen für frisches Fleisch, das von Mastschweinen gewonnen wurde. „Frisches Fleisch“ meint dabei Fleisch, das zur Haltbarmachung ausschließlich gekühlt, gefroren oder schnellgefroren wurde, einschließlich vakuumverpacktes oder in kontrollierter Atmosphäre umhülltes Fleisch. Hackfleisch und zerkleinerte Fleischstücken sind vom Anwendungsbereich ebenfalls erfasst. Das Fleisch ist grundsätzlich zum Zeitpunkt der Abgabe an die Endverbraucher mit dem im Gesetzentwurf detailliert beschriebenen Kennzeichen zu versehen. Für Lebensmittel, die von Tieren außerhalb Deutschlands stammen oder im Ausland hergestellt und verarbeitet wurden, ist das Tierhaltungslabel freiwillig.

Der Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) kritisiert diese Regelung der vorgestellten Eckpunkte. In einer Pressemitteilung vom 28. Juli 2022 äußert sich ZDG-Präsident Otto Ripke dazu wie folgt: „Das Papier beschränkt sich weitestgehend auf den Vermarktungsweg Handel, lässt den gesamten Bereich des Außer-Haus-Verzehrs bzw. der Gastronomie außen vor und vergisst zudem, weiterverarbeitete Fleischerzeugnisse in den Regelungsbereich mit aufzunehmen. Der vorliegende Referentenentwurf kann und darf in dieser Form nicht Gesetz werden."

Der DEHOGA Bundesverband hat dazu wie folgt Stellung genommen: 

Dem Verband geht es offenbar um den Erhalt und Ausbau des einheimischen/deutschen Geflügelmarktes. Dies zeigen auch seine Kampagnen zur Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Diese Vorgehensweise des ZDG ist aus unserer Sicht völlig inakzeptabel. In einem persönlichen Gespräch am 3. Mai mit Ripke haben Kurt Wehner und Ingrid Hartges dies klar zum Ausdruck gebracht. Der DEHOGA kritisiert die Einführung eines verpflichtenden staatlichen Tierwohllabels für die Gastronomie. Ebenso die vom ZDG geforderte Herkunftskennzeichnung."

Quelle: DEHOGA Bundesverband

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