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02.09.2022
Hotelführer

Vermehrte Abmahnungen bei Nutzung von "Google Webfonts"

In letzter Zeit häufen sich Abmahnungen aufgrund der Verwendung der sogenannten "Google Webfonts" insbesondere auch gegenüber gastgewerblichen Betrieben. In der Regel weiß der Betreiber einer Website nicht einmal, dass diese auf seiner Seite überhaupt verwendet werden.

Google Fonts ist ein interaktives Verzeichnis mit über 1400 von Google bereitgestellten Schriftarten (englisch: fonts). Diese Bibliothek ist frei verfügbar und kann sowohl remote, als auch lokal verwendet werden. Eine fehlerhafte Google Fonts-Einbindung übermittelt jedoch personenbezogene Daten der Website-Besucher an Google, weshalb es datenschutzrechtliche Bedenken gibt.

Gemäß eines Urteils des Landgerichts München vom 20. Januar 2022 (Az. 3 O 17493/20) ist die Remote-Einbindung von Google Fonts rechtswidrig. Wenn man die gewünschten Schriftarten herunterlädt und lokal auf dem Server speichert, werden die Schriftarten beim Besuch der Website direkt vom Server nachgeladen, anstatt online von den Google-Servern heruntergeladen zu werden. Dadurch wird keine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und es werden keine Daten an Google gesendet. Mit dieser Einbindung ist man auf der sicheren Seite und vom Urteil nicht betroffen.

Kritisch wird es erst, wenn man Google Fonts remote nutzt und nicht lokal auf dem eigenen Server speichert. In diesem Fall werden einzelne Schriftarten beim Aufruf der Website nicht vom eigenen Server, sondern von Google-Servern geladen. Bei diesem Vorgang werden automatisch personenbezogene Daten der Website-Besucher (einschließlich ihrer IP-Adresse) an Google übermittelt. Damit hat der jeweilige Website-Besucher keine Kontrolle mehr über die Verarbeitung seiner Daten, was eine nicht hinnehmbare Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts darstellt.

Sowohl der Website-Betreiber, als auch Google sind für den Schutz der personenbezogenen Daten der Website-Besucher verantwortlich. Werden die personenbezogenen Daten der Nutzer und Besucher der eigenen Website nicht geschützt, muss mit hohen Abmahnkosten aufgrund von DSGVO-Verstößen gerechnet werden.

Wir empfehlen jedem Betreiber einer Website sich mit seinem Programmierer über den Google-Dienst Webfonts auszutauschen und entsprechend Einstellungen vorzunehmen.

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