Corona-Krise

21.01.2022
Hotelführer

Aktueller Blogpost "Vom Blindflug in den Sturzflug" von Otto Lindner und Markus Luthe

© ClipDealer

"Wir gehen nun bald in das zweite Jahr der Corona-Pandemie und derzeit stellt die Omikron-Variante Staat und Gesellschaft vor massive Herausforderungen. Unter den Wirtschaftsbereichen leiden Restaurants und Hotels weiterhin am stärksten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Übernachtungszahlen in deutschen Beherbergungsbetrieben im November 2021 um 24,2 Prozent unter denen des November des Vorkrisenjahres 2019. Und die Auslastungszahlen fallen weiter ins Bodenlose: Laut aktuellen Benchmarking-Daten von MKG lag die Zimmerauslastung in der ersten Januarwoche 2021 mit 23,3 Prozent um 54,1 Prozent unter dem Niveau der Vergleichswoche im Januar 2019. Die immer restriktiveren Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung und öffentlichen Appelle zur Kontaktreduzierung bewirken einen veritablen De-facto-Lockdown.

Und die Politik verschärft die Corona-Auflagen für das Gastgewerbe mit jeder Bund-Länder-Beratung. Mal geschieht dies, um auf dem Rücken der bereits hauptbetroffenen Branche Booster-Anreize für die Bevölkerung zu setzen, mal wird dies mit einem akuten Gefährdungspotenzial der Branche begründet.

Ersteres ist moralisch fragwürdig und Letzteres weiterhin nicht evidenzbasiert. Wir haben schon vor über einem Jahr darauf hingewiesen, dass nach Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts Hotels keine Infektionstreiber sind. Und das sind sie auch weiterhin nicht, im Gegenteil.

Ein Bild, das Tisch enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Grafik: Focus Online
Quelle: Robert Koch-Institut, KW 52/2021

Und die Datenlage wird immer brüchiger statt besser: Im Oktober 2020 waren die Gesundheitsämter schon in mehr als 80 Prozent der Fälle nicht (mehr) in der Lage, das konkrete Infektionsumfeld überhaupt zu ermitteln. In der Kalenderwoche vom 27. Dezember 2021 bis 2. Januar 2022 traf dies auf sage und schreibe 97 Prozent der insgesamt 205.957 Fälle zu! Von den letztlich überhaupt einem Ansteckungsort zugeordneten 6.590 Fällen entfielen sage und schreibe nur 5 (in Worten: fünf) auf eine Übernachtung, 161 auf eine Speisestätte und 4.360 auf private Haushalte.

Ein Ende dieses veritablen Daten-Blindflugs ist weiterhin nicht abzusehen. Faxe(n) allenthalben. Auch die schon lange zugesicherte, aber schon von ihrem Design her verfehlte Studie des Robert Koch-Instituts zu Corona-Virus Risiko- und Schutzfaktoren (CoViRiS) wird zur Aufhellung nichts beigetragen.

Während dessen nimmt der wirtschaftliche Sturzflug der gedrosselten Branche immer bedrohlichere Ausmaße an. Ausgerechnet den größeren und größten Arbeitgebern der Hotellerie droht die überlebensnotwendige Wirtschaftshilfe verwehrt zu bleiben, denn die stoßen längst an die bleiernen beihilferechtlichen Deckel. Berlin und Brüssel müssen nun schnell handeln, damit alle unverschuldet in Not geratene Unternehmen unabhängig von ihrer Größe noch gerade rechtzeitig aufgefangen werden können."

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