Corona-Krise

04.03.2021
Hotelführer

Blogpost "Martial Arts" von Otto Lindner und Markus Luthe zur Bund-Länder-Runde

Martial Arts
© ClipDealer

Es gehört zu den Ritualen der informellen Bund-Länder-Gipfel, dass im Vorfeld Beschlussentwürfe durchgestochen werden. So machte gestern ein erster Entwurf der vorbereitenden 4er Runde aus Bundeskanzleramt, Bundesfinanzministerium, dem Land Berlin und dem Freistaat Bayern die Medienrunde (Version 4) mit dem „Erwartungsmanagement“ betrieben werden sollte und der sicherlich auch als Testballon diente.

Das Papier bedeutet nach dem Verlauf der öffentlichen Debatte und der Handreichung des Robert Koch-Instituts einen brutalen Rückschlag in die absolute Perspektivlosigkeit, denn es enthält kein konkretes Öffnungsszenario für die Branche. Vier Öffnungsschritte in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen mit wochenlangen Inzidenzwerten unter 35 werden benannt und erst danach, gleichsam „unter ferner liefen“ Gastronomie und Hotellerie. Wörtlich heißt es – inklusive des Tippfehlers – im Beschlussentwurf:

„Über weitere Öffnungsschritte und die Perspektive für die hier noch nicht benannten Bereiche aus den Brachen Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen, Reisen und Hotels wird im Lichte der Infektionslage unter Berücksichtigung der angelaufenen Teststrategie, des Impfens, der Verbreitung von Virusmutanten und anderer Einflussfaktoren auf der nächsten Sitzung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder beraten.“

Das hat der DEHOGA als unser Dachverband gestern bereits umgehend als völlig inakzeptabel zurückgewiesen und zurecht Gleichbehandlung zu anderen Branchen angemahnt.

Doch wenn man denkt, es könne nicht mehr schlimmer kommen, dann folgt in dieser vermaledeiten Krise auch schon der nächste Tiefschlag. Denn in dem heute Morgen kursierenden überarbeiteten Beschlussentwurf der 4er Runde (Version 6) erfahren Gastronomie und Hotellerie wieder keine Gleichbehandlung mit anderen Branchen.

Im Gegenteil: Es soll dem Gastgewerbe auch noch ein weiterer, fünfter (!!) Öffnungsschritt mit 14 Tage stabilen 35er-Inzidenz vor die Nase gesetzt werden. In diesem fünften Öffnungsschritt sollen zuvor kontaktreiche Sportarten wie ausdrücklich genannte (!!) „Martial Arts-Kämpfe in Innenräumen und insbesondere Käfigen“ zugelassen werden…

Die Passage zu Gastronomie und Hotellerie ist dagegen unverändert geblieben. Eine solch ungeheuerliche Respektlosigkeit können wir dann auch nur noch als Kampfansage an unsere Branche verstehen!!

Und nur nebenbei bemerkt: Nicht einmal der Rechtschreibfehler fällt den Verfassern dieses unseligen Beschlussentwurfes mehr auf, was dann wohl darauf schließen lässt, dass das uns betreffende Kapitel gar nicht mehr gelesen oder gar behandelt wurde. So wird der Schreibfehler zur Self-Fulfilling-Prophecy…

 

Weitere
30.09.2022
Human Resources

Wie bereits mehrfach berichtet steigt ab dem 1. Oktober 2022 der gesetzliche Mindestlohn auf 12 € brutto pro Stunde. Die Verdienstgrenze bei den Minijobs steigt – endlich – auch und zwar proportional zur Mindestlohnerhöhung auf 520 € pro Monat und zukünftig dynamisch entsprechend der Mindestlohnentwicklung. Ebenfalls steigen tut die Verdienstgrenze bei den Midijobs, und zwar deutlich auf 1.600 €, außerdem ändert sich hier die Verteilung der Sozialversicherungsbeiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

30.09.2022
Corona

Am Mittwoch ist die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (C-ArbSchV) im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Sie gilt damit wie bereits mitgeteilt ab dem 1. Oktober 2022 und bis April 2023.

30.09.2022
Energie

In den letzten Tagen erreichten uns zunehmend Meldungen von Mitgliedern, deren Energielieferanten eine Preiserhöhung während der Vertragslaufzeit angekündigt haben. Dazu ist festzustellen, dass Energielieferanten während einer vereinbarten Vertragslaufzeit die Preise nicht aufgrund erhöhter Beschaffungspreise erhöhen können bzw. dürfen. Anders verhält es sich mit Preisanhebungen aufgrund von Steuererhöhungen, Abgaben und Umlagen, auf die die Energieversorger keinen Einfluss haben.