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HotelWiki

Gastblog für Tnooz von Markus Luthe zur Online-Distribution vom 25. Januar 2012

Ein globales HotelWiki als Ausweg aus dem Gefangenendilemma

Die gefühlte Ohnmacht gegenüber den Online-Buchungsportalen treibt die Hotellerie in Europa und weltweit um.

So hat in der letzten Woche Deutschlands Marktführer HRS nicht einmal drei Monate nach Übernahme von Hotel.de, der Nummer 3 im deutschen Markt, die Provisionen um mehr als 15 Prozent erhöht. Zugleich wurden die Stellschrauben im Kleingedruckten der AGBs durch Einführung von Raten- und Verfügbarkeitsparitäten über alle (!) Online- wie Offline-Distributionskanäle beängstigend angezogen.

Wir sprechen nicht mehr „nur“ über eine Last Room Availability, wir sind mit dem jederzeitigen Zugriff auf das volle Hotel-Inventar konfrontiert, einer veritablen Produkt-Parität. Seitdem rumort es vernehmbar in den Diskussionsforen und Chatrooms der Hotellerie. Der Fairness halber sei erwähnt, dass HRS zugleich eine GDS-Anbindung über Amadeus samt Flat fee angekündigt hat.

Diese Demonstration der Stärke eines Buchungsportals und der korrespondierenden Abhängigkeit der Hotellerie wirft grundsätzliche Fragen auf. Wieso hat die Hotellerie diesen für sie negativen Wirkmechanismen der Online-Distribution nichts entgegenzusetzen gehabt und immer einseitigere Buchungskonditionen zu ihren Lasten in den letzten Jahren einreißen lassen?

Die Ursache liegt – zumindest in Europa – in den Marktverhältnissen begründet, wo ein immer enger werdendes Oligopol auf der Anbieterseite einem kleinteiligst strukturierten Hotelmarkt gegenübersteht. In der Folge greifen unfaire Marktpraktiken um sich, gegen die sich das einzelne Hotel kaum noch wehren kann. In der Volkswirtschaftslehre ist dieser Effekt als „Gefangenendilemma“ bekannt.

 

Wo liegt der Ausweg?

 

Sicherlich hat jedes einzelne Hotel noch eine Fülle an Hausaufgaben zur Stärkung des Direktvertriebes über die eigene Website zu bewältigen. Die Hotelverbände klären hierüber auf und geben zahlreiche Hilfestellungen zu Buchbarkeit, Hotelbewertungen, Inhalten, Kundenbindung, Kontext und Suchmaschinenoptimierung. Der Aufbau eigener Buchungssysteme der Hotellerie ist angesichts der Marktgegebenheiten und leidvoller Erfahrungen der Vergangenheit aber kaum das Instrument der Wahl, so vielversprechend sich neue Ansätze, wie z.B. der von RoomKey, auch anhören. Und auch Google wird das Heldenepos vom „Weißen Ritter“ nicht auf den Spielplan setzen.

 

Aber wie können dann mittel- und langfristig die Märkte offen gehalten werden?

 

Die Hotellerie muss ein vitales Interesse daran haben, Monopolbildung in den immer stärker zusammenwachsenden Märkten der Buchungsmittler, Bewertungsanbieter und Suchmaschinen zu verhindern. Hierfür müssen die Markteintrittsschwellen für Dritte wie Agenturen, App-Entwickler, Buchungsdienstleister, Channel Manager, Online-Händler, Suchmaschinen, branchenfremde Ideenschmieden, Garagen-Start ups und viele denkbare weitere Marktteilnehmer so niedrig wie möglich gehalten werden. So kann realer und latenter Wettbewerbsdruck durch Alternativen erzeugt werden, der dem Abschöpfen von Monopolrenten nachhaltig vorbeugt.

 

Die Bereitstellung dieses Branchen-Know hows muss als öffentliches Gut verstanden und organisiert werden, dessen Nutzung allgemein zugänglich ist. Warum bauen wir als Hotellerie also nicht mit vereinten Kräften eine umfassende Hoteldatenbank, gleichsam einen weltweiten „HotelWiki“? Dort wären u.a. eine eineindeutige Hotelidentifizierung, Stammdaten, GPS-Koordinaten, Bildmaterial und vor allem Deeplinks zur (unverprovisionierten) Buchungssite eines jeden Hotels gepflegt (!) zu hinterlegen und aufzufinden.

  

Das Projekt könnte in die Form einer Stiftung gegossen werden. Oder es wird auf bereits bestehende Brancheninitiativen wie Dothotel, HEDNA, HFTP, HTNG, OpenTravel Alliance, RoomKey oder TTI aufgebaut, wie auch immer. Wer es in die Hand nimmt, ist dabei letztlich zweitrangig. Wir benötigen diesen gemeinsamen Kraftakt der Branche – weltweit, unverzerrt, neutral.

 

Die Zeit ist reif für ein „HotelWiki“!


Markus Luthe
Ihr
Markus Luthe

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Kommentare zu diesem Blog

Datum: 26.01.2012 09:09:12 Uhr
Name: Eric Horster
Kommentar:

Hallo Herr Luthe,

eine schöne Idee. Aber ich denke, da gibt es einige Hürden. Meine erste Frage war, wer soll ein konkurrenzfähiges HotelWiki finanzieren? Das läuft meiner Meinung nach dann auch wieder auf ein Provisionsmodell hinaus. Denn umsonst ist dies auch nicht zu haben. Und wenn dort jedes Hotel auf die Buchungsseite des eigenen Hotels verweist, bekommt er ein sehr heterogenes Buchungsumfeld. Damit will ich nicht sagen, dass es keine Hotels mit guten Buchungsstrecken gibt, aber im Sinne der Usability kommt der Gast jedes Mal auf eine andere Buchungsmaske. Das ist extrem kontraproduktiv.

Unabhängig davon stört mich an der gesamten Debatte, dass es offensichtlich an Wertschätzung fehlt. Und zwar beidseitig. Zum einen habe ich den Eindruck, die Hotels greifen die OTAs und derzeit insbesondere HRS an, ohne deren Vorteile zu würdigen. Zum anderen ist zu lesen, dass HRS meint, die Hotellerie rede nur und tue ja doch nichts – lediglich 50 Kündigungen wären dafür ja ein offensichtliches Indiz:

http://www.tophotel.de/index.php?hrs-gf-tobias-ragge-50-hotels-kuendigen

Ich denke, hier tun sich beide Seiten keinen Gefallen. Denn dadurch diskreditieren sie sich gegenseitig. Dies führt sowohl zum Reputationsschaden der Hotellerie als auch der OTAs – wenn auch zunächst nur branchenintern. Besser wäre es meiner Meinung nach, die Arbeit von beiden Seiten wertzuschätzen. Denn HRS vermarktet die Hotels. Und von der professionellen Darstellung im Internet profitieren alle Hotels, die sich dort präsentieren.

Zudem haben wir beim Tourismuscamp dieses Thema diskutiert und es wurde deutlich, dass die Vermarktungskosten insgesamt steigen. Google bringt die organischen Suchergebnisse immer weiter hinten in den SERPs (unabhängig vom Hotelfinder, dessen derzeitige Relevanz momentan mal dahingestellt sei). Daher muss das Budget immer weiter in bezahlte Anzeigen fließen.

Meiner Meinung nach kann die Konsequenz für die Hotellerie nur sein: Entweder ich akzeptiere HRS und andere OTAs als Partner und versuche hier strategisch auszuwählen (mal abgesehen von HolidayCheck, wo derzeit keine Wahlmöglichkeit besteht), oder aber ich verzichte auf die Anbindung bei den OTAs und vermarkte mich selbst. Dies dann gerne auch im Verbund…

Viele Grüße

Eric Horster


Datum: 26.01.2012 09:39:35 Uhr
Name: Marc O. Benkert
Kommentar:

Das Hauptproblem ist doch ein ganz anderes: Wenn die Branche die Dinge umsetzt, die sie jetzt diskutiert, dann wird sie in zwei Jahren wieder dort sein, wo sie jetzt ist. Nämlich zwei Jahre zu spät. Keine Frage, es sind alles schöne Ideen und Konzepte von Tourismusberatern, aber in der Praxis völlig unbrauchbar.

Wenn die Branche nicht bald ihr "Inseldenken" ad acta legt, dann wird die Abwärtsspirale nicht aufzuhalten sein. Das wissen auch die OTAs und können daher gelassen in die Zukunft schauen.

Beste Grüße

Marc O. Benkert


Datum: 26.01.2012 11:23:21 Uhr
Name: Hartmut Deichsel
Kommentar:

Der Grundgedanke wird leider erst nach der unverfrorenen Änderungsmitteilung der AGB seitens HRS an seine Hotelpartner manifestiert. Hier hat die Hotellerie aber jetzt endlich mal die Chance, durch ein einheitliches Auftreten, den Onlineportalen zu zeigen: so weit wie bisher, aber keine Schritt weiter.

Und natürlich wird auch dieses System Geld kosten, aber einer einheitlichen Kommission von maximal 10% hat die Hotellerie schon immer verkraftet und eingepreist, dies wäre gut investiertes Geld und die Unabhängigmachung von HRS und Co.


Datum: 26.01.2012 16:35:12 Uhr
Name: Gerhard Werner Schlicke
Kommentar:

Notwendiger Realitätssinn

Lieber Herr Luthe,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

machen wir uns doch nichts vor, wenn ein Haus rund 30% seiner Online-Buchungen via HRS (oder auch über ein anderes Online-Portal) erhält, wird es den freiwilligen, wenn auch temporären Verzicht, nicht üben wollen oder so ohne weiteres können. Die kleinteilige Struktur der deutschen Hotellandschaft und das durch einen ungebremsten Bauboom aller Orten stark gewachsene Konkurrenzdenken hindert an einer nachhaltigen Branchensolidarität, auch wenn diese noch so sehr im Einzelnen gewünscht und im Lande beschworen wird. Selbst internationale Kettenhotels können nicht einfach den „HRS-Stecker“ ziehen, ohne ihre Existenz zu gefährden.

Eine alternative, eigenständige Branchenlösung ist nicht in Sicht und würde, um eine ähnliche Marktdurchdringung wie HRS zu schaffen, erhebliche Mittel verschlingen und dann immer noch viel Zeit für einen adäquaten Erfolg brauchen. Alleine das Thema „Mittelbeschaffung“ wäre ein eigenständiges Thema und wie verhalten wir uns zu den „Trittbrettfahrern der Verbandsarbeit“?

Es steht zu befürchten, dass HRS mittelfristig nicht bei den jetzt aufgerufenen 15% stehen bleibt, sondern sich eher an der Marge von Expedia.com orientieren wird. Nur der Hotelier kann nicht die Preise im gleichen Atemzug verändern und muss daher zwangsweise Ertragseinbußen hinnehmen was dann wiederum weitreichende Folgen für das Unternehmen hat.

Ich glaube dennoch, dass einzig unser Hotelverband die Kraft hat, zukunftsfähige Lösungen auf den Weg zu bringen. Eine nahe Zukunft ohne HRS wird es aber vermutlich nicht geben – das schließt natürlich nicht aus, eigene Wege wie im Artikel beschrieben in Angriff zu nehmen. Nur wer aufgibt hat schon verloren.

Herzliche Grüße aus dem

City Partner Hotel Regina in Sankt Augustin

Ihr

Gerhard Werner Schlicke


Datum: 26.01.2012 20:18:52 Uhr
Name: Thomas Keitel
Kommentar:

Im Jahre 2003 wurde uns das ernsthafte Angebot gemacht, der wachsenden Marktmacht von HRS etwas entgegenzusetzen... mit webres. Damals war HRS mit seiner Buchungsqualität noch absolut vergleichbar gewesen, mit dem was webres angeboten hatte. Letzlich hatte die Branche damals die Notwendigkeiten nicht erkannt, obwohl wir uns vom DEHOGA aus absolut Mühe gegeben hatten.

Im Augenblick sehe ich keinen Weg, wie sich die Branche von den entstandenen Abhängigkeiten wieder lösen können soll. Aber wie schon die Atlantikschwimmer schon so trefflich sagten: Du hast keine Chance, aber nutze Sie!!

Thomas Keitel


Datum: 26.01.2012 22:53:28 Uhr
Name: Markus Luthe
Kommentar:

Herzlichen Dank für die vielen tollen Beiträge zu meinen Blogs "Out of reach" und "HotelWiki"! So macht Bloggen Sinn und Spaß. Mehr davon!!

@ Eric Horster:

Schwarz-Weiß-Malerei war und ist eindeutig nicht die Sache der IHA. Bin diesbezüglich ganz bei Ihnen! Wir wollen die fundierte fachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe z. B. über die Frage, ob der immer wieder vorgetragene "Billboard-Effekt" in Wahrheit nicht deutlich überschätzt wird? Dies haben wir auf unserem Jahreskongress 2011 kontrovers u.a. mit HRS und Booking diskutiert. Eine heute veröffentlichte, umfangreiche Studie (http://tinyurl.com/7oh94rs) gibt uns diesbezüglich recht und relativiert den Mehrwert, den OTAs im Distributions-Mix (Mix!) stiften. Die Studie kommt übrigens zur Schlussfolgerung: "Safeguard your pricing, brand and inventory."

Mein "HotelWiki"-Voschlag ist nicht B2C ausgerichtet, sondern B2B. Das ist keine sich direkt an den Endverbraucher richtende Buchungsplattform oder Metasuchmaschine, sondern eine Datenbank als Infrastrukturinvestition der Branche. Da würden keine Marketingmittel verbrannt. Welches Produkt daraus durch wen gegenüber dem Endverbraucher entsteht, wird und muss der Markt entscheiden. Aber durch das Senken der Markteintrittsbarrieren würde dieser Markt ein größerer als ohne sein.

Was die Heterogenität einer solchen Buchungsstrecke angeht, wäre ich angesichs der rasant wachsenden technischen Möglichkeiten nicht fundamental skeptisch. Oder wird sich der Google Hotel Finder in einer seiner konsequent weitergedachten Ausbaustufen wesentlich davon unterscheiden?


Datum: 27.01.2012 08:54:31 Uhr
Name: Marc O. Benkert
Kommentar:

... Und die Branche glaubt noch immer, dass die Zukunft in einer eigenen Plattform liegt.... Nein! Das wäre ebenso wie die "Insellösungen" der OTAs nicht das Zukunftsmodell für den Vertrieb.

Das Web konzentriert sich und es wird die One-Stop-Lösung kommen. Direkte Buchbarkeit aus Google Maps, Places und Hotelfinder (so wie es jetzt schon möglich ist!).

Ein Blick über den Tellerrand genügt: http://tinyurl.com/6sru9c4


Datum: 27.01.2012 09:24:52 Uhr
Name: Markus Luthe
Kommentar:

@ Marc O. Benkert:

Ich hoffe es ist deutlich geworden, dass wir einer eigenen Plattform ausdrücklich nicht das Wort reden! Insellösungen machen keinen Sinn, aktive Vernetzungen sowie das Testen neuer Distributions- und Kommunikationskanäle dagegen sehr wohl. Sich aber gleich bedingungslos an den Hals des nächst Größeren zu werfen, kann auch nicht die cleverste aller Alternativen sein...


Datum: 27.01.2012 13:09:00 Uhr
Name: Eric Horster
Kommentar:

Hallo Herr Luthe,

da habe ich Ihren Beitrag zunächst missverstanden. Die Idee gefällt mir. Es würde der bisherigen "Re-Intermediation" vorbeugen. Nämlich, dass zwischen Gast und Hotel nicht nur ein, sondern mehrere Mittler sitzen. Dies ist zunehmend der Fall. Nicht nur durch Google.

Es stellt sich jedoch weiterhin die Frage der Umsetzbarkeit. Gleichzeitig ist die Anmerkung von Marc Benkert wichtig. Falls Google tatsächlich einen Direktvertrieb der Hotels zulässt, dann ist nur noch Google zwischen Hotel und Gast. Durch die Qualität der Places würde sich dann entscheiden, wie hoch die Conversion-Rate des jeweiligen Hotels ist. Und auch, wie hoch dementsprechend die Provisionen sind.

Meine Gedanken rund um die Entwicklungen bei Google und sich daraus ergebende neue Geschäftsmodelle, habe ich übrigens (wieder einmal) in meinem Blog zusammengefasst:

http://www.eric-horster.de/2012/01/google-hotelfinder-ein-gesprach-mit-mir-selbst/

Viele Grüße

Eric Horster


Datum: 27.01.2012 15:20:39 Uhr
Name: Marc O. Benkert
Kommentar:

@ Markus Luthe:

Da gebe ich Ihnen 100% Recht! Natürlich soll man sich nicht dem nächst größeren an den Hals werfen. Und aus einigen Telefonaten von heute kann ich bestätigen, dass sich zahlreiche Hoteliers aktuell mit den Fragen des Vertriebs beschäftigen und u.a. eigene Plattformen planen. Sie wollen aber alle Google integrieren, weil Sie erkennen dass es ohne eben nicht mehr geht.

Das einzige was ich mit meinem Kommentar verdeutlichen wollte ist, dass die Branche die Marktbedingungen nicht mehr ändern kann. Es kann aber sehr wohl jetzt die Weichen für die Zukunft stellen. Eine erneute falsche Entscheidung würde die Branche noch tiefer in die Abhängigkeit bringen. Unabhängig wird sie allerdings nie mehr sein.

So stellt sich aktuell bei vielen die Frage: Raus aus den AdWords und rein in ein transparentes CPC-Modell. Dass Sie sich mit dieser Frage schon beschäftigen, ist ein großer Schritt.


Datum: 31.01.2012 17:22:45 Uhr
Name: Peter Löbel
Kommentar:

Hallo Herr Luthe,

Ihr Vorschlag: „Die Bereitstellung dieses Branchen-Know hows muss als öffentliches Gut verstanden und organisiert werden, dessen Nutzung allgemein zugänglich ist.“

Das ist eine grandiose Idee. 

Wenn meine Erinnerung mich nicht trügt waren Sie 1992 nicht unerheblich an der  Entwicklung der Touristische InformationsNorm (TIN)  beteiligt. (2005 noch einmal  überarbeitet) http://www.dwif.de/de/referenzen/referenzen/uberarbeitung-der-tin-touristische-informationsnorm-teil-ii.html Das wäre doch keine schlechte Grundlage für die „ ... umfassende Hoteldatenbank“.

1993 war ich an der Entwicklung einer TIN-basierten Datenbank beteiligt, die dann in Sachsen und Baden-Württemberg von den Fremdenverkehrsverbänden zur Erfassung des gesamten Hotelbestandes genutzt wurde. Diese Datenbank ist noch heute, natürlich weiter entwickelt, in Benutzung. Gern stelle ich sie als Open source zur freien Verwendung zur Verfügung. 

Mit den besten Grüssen

Peter Löbel


Datum: 31.01.2012 17:38:07 Uhr
Name: Markus Luthe
Kommentar:

@ Peter Löbel:

Zu viel der Ehre - ich bin "erst" seit 1994 mit von der Partie...

Zwischenzeitlich haben wir die TIN gemeinschaftlich in den internationalen Terminologiestandard DIN EN ISO 18513:2003 überführt, der von allen Branchenverbänden im Deutschland-Tourismus verwendet wird. Diese weltweite Norm bildet sicherlich eine gute Grundlage für alle anstehenden Begriffsdefinitionen. Schließlich hat die Erarbeitung ja auch "nur" acht Jahre Zeit (1995-2003) in Anspruch genommen... Es ist ein dickes Brett, das es jetzt zu bohren gilt.


Datum: 31.01.2012 18:23:25 Uhr
Name: Peter Löbel
Kommentar:

@ Markus Luthe:

Da war es mit meiner Erinnerung doch nicht so weit her. Aber 18 Jahre sind ja auch nicht schlecht.

Sie haben natürlich Recht, das wird ein wirklich dickes Brett. Ein flüchtiger Blick in diese ISO 18513:2003 lässt erahnen, warum die Umsetzung etwas länger gedauert hat.


Datum: 07.02.2012 14:34:13 Uhr
Name: Dr. Reinhard Vogel
Kommentar:

Auch für die Hotellerie ist klar, dass Vertrieb Geld kostet. Wer einen Gast bringt, muss dafür eine Vergütung bekommen. Das Problem besteht jedoch darin, dass es immer schwieriger und teurer wird, einen (neuen) Vertriebsweg für die Hotellerie aufzubauen. Die Gäste erwarten heute sofortigen Zugriff auf Verfügbarkeiten, Preise und Buchungsbedingungen, aber die Hotels wollen keine weiteren Datenbanken pflegen. So setzt sich die Konzentration im Vertrieb fort und zum Schluss sind nur noch wenige Verkäufer bzw. Vermittler im Markt, die eine Oligopolsituation ausnutzen können.

Hotels müssen deshalb daran interessiert sein, dass es einen einfachen und schnellen Zugriff auf alle wichtigen statischen und dynamischen Hoteldaten gibt. Technisch gesehen braucht es dazu keine Datenbank, in der sämtliche Daten gespeichert sind, es reicht eine "Registry", in der steht, wo welche Daten zu finden sind.

Wenn also ein neuer Anbieter Hotelleistungen verkaufen möchte, dann kann er diese "Registry" abfragen und erhält Auskunft darüber, wo die Hoteldaten zu finden sind, d.h. von welchem Webservice die Hoteldaten abgefragt werden können. So ein Webservice kann theoretisch von jedem Hotel selbst betrieben werden, aber praktisch gibt es schon heute viele Knoten, die Daten speichern und die man abfragen kann. Das sind vor allem GDS, CRS, PMS, DMS und Channel Manager.

Diese Service Provider sind aber leider häufig nicht daran interessiert, ihre Daten frei auszutauschen, weil sie mit der exklusiven Verwaltung und Verteilung der Hoteldaten gutes Geld verdienen. Das ist aber nicht im Sinne ihrer Kunden, der Hotels. Die Hotellerie muss daran interessiert sein, dass ihre Daten frei sind, leicht zugänglich und möglichst weit gestreut werden.

Die Hotels müssen die Datenhoheit behalten. Nur so bleibt der Wettbewerb im Vertrieb bestehen.

Viele Grüsse,

Dr. Reinhard Vogel
Cultuzz Digital Media GmbH


Datum: 15.02.2012 13:30:13 Uhr
Name: Winfried Weller
Kommentar:

Herrvorragende Idee. In Berlin versuchen bereits 5 kleine private Hotels dies ebenfalls in Kooperation ohne Profitinteresse des Portals zu verwirklichen,  aber es ist schwer, dafür effektives Marketing zu machen. Die Seite der Hotelsterne ist doch schon ziemlich gut. Hier müßte lediglich die Suchfunktion benutzeroptimiert werden und schon könnte es mit den deutschen Sternehotels los gehen. Entscheidend ist die notwendige Propaganda in den Medien, damit auch alle Welt davon erfährt!

Also: TV Werbung, aber bitte nicht so geschmacklos wie HRS und niemals mit "billig" werben! Also, Super Idee, aber bitte umsetzen! Wir machen mit und helfen mit!

Hotel alameda-berlin,
Winfried Weller


Datum: 15.02.2012 14:32:26 Uhr
Name: Hotel Lindenhof Düsseldorf
Kommentar:

Wir sind dabei! HotelWiki ist die Zukunft, sehe ich genau so!!


Datum: 20.02.2012 08:30:37 Uhr
Name: Markus Luthe
Kommentar:

Max Starkov äußert sich äußerst skeptisch zu den Erfolgschancen hotelleriefreundlicher B2C-Buchungsportale und empfiehlt, Booking.com nicht aus den Augen zu verlieren:

http://tinyurl.com/72flnea


Datum: 22.02.2012 19:32:34 Uhr
Name: Kai-Uwe Ecker
Kommentar:

Eigentlich können wir HRS doch dankbar sein, dass sie den Schritt wagen, die Provision zu erhöhen. Damit werden wir Hoteliers endlich mal aus dem sanften Dornröschenschlaf geweckt. Wir sind selber schuld, dass wir Eigenmarketing und Vertrieb in den letzten Jahren so stark aus der Hand gegeben haben.

Wir haben in den letzten Wochen verstärkt mit unseren Kunden gesprochen und sie zur Direktbuchung aufgefordert. Wir haben immer noch die Zimmer, mit denen andere Geschäfte machen wollen und diese Hoheit lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen!

Die Montana Hotels Deutschland (zur Zeit 9) finden die Hotelwiki-Idee prima und werden das Vorhaben gerne unterstützen.

Kai-Uwe Ecker

Inhaber Montana Hotel Bremen und Marketingchef Montana Hotels Deutschland


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