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Preisverdächtig

Blog von Markus Luthe zur Preisdiskussion vom 7. Februar 2010

Es gilt, einer Legendenbildung vorzubeugen: Die Hotellerie und ihre Interessenvertreter haben im Vorfeld der Senkung des Mehrwertsteuersatzes keineswegs eine eindimensionale Weitergabe des Impulses in niedrigere Zimmerpreise versprochen. Auch wenn dies von interessierter Seite weiter gebetsmühlenartig vorgetragen wird.

 

Aber so langsam wird das Bild der Öffentlichkeit zu dieser Frage auch differenzierter. Aufhorchen ließen in der letzten Woche jedenfalls drei Pressemitteilungen großer Hotelbuchungsportale:

  • So zog Expedia am 3. Februar 2010 rund einen Monat nach Inkrafttreten der Mehrwertsteuer-Senkung die Bilanz, dass viele Vertragspartner langfristig in die Qualität ihres Hauses investieren oder die Ermäßigungen an ihre Kunden weitergeben – zum Beispiel in Form von Buchungsanreizen von etwa fünf Prozent. „Besonders mit dem Ausbau von Zusatzangeboten wie W-LAN oder Wellness steigert das Hotel seine Attraktivität und stabilisiert die durchschnittlichen Zimmerpreise“, hat Arne Erichsen, Director of Market Management Expedia Deutschland, beobachtet.
  • Am 4. Februar 2010 legte Hotel.de das Ergebnis einer Trendumfrage vor, an der über 1.000 Hotelbuchende teilnahmen: „Bei weitem nicht jeder Hotelgast fordert aus der Steuersenkung zwingend sinkende Übernachtungspreise. Nur knapp jeder Zweite sprach sich hierfür aus und hofft, zukünftig etwas weniger für sein Hotelzimmer bezahlen zu müssen. Immerhin mehr als ein Fünftel der Befragten zeigte jedoch Verständnis für die mehrheitliche Haltung der Hoteliers, den gewonnenen finanziellen Spielraum aus der Steuersenkung primär in die Infrastruktur der Hotels sowie in die Mitarbeiter-Weiterbildung investieren zu wollen. Schließlich würde man als Gast so auf andere Weise von einer Qualitätssteigerung profitieren.“
  • Der neue „Hotelpreisradar“ von Marktführer HRS offenbarte am 5. Februar 2010 gar, dass im Januar die Zimmerpreise (durchschnittlicher Bruttopreis je Doppelzimmer) in vielen Städten günstiger als im Vorjahr waren. Danach fielen die Zimmerraten in München um 16,7 Prozent, in Dresden um 6,4 Prozent, in Stuttgart um 4,0 Prozent, in Köln um 3,3 Prozent und in Hamburg um 3,0 Prozent. Als einzige Stadt in Deutschland verzeichnete Frankfurt am Main einen Anstieg der Preise je Doppelzimmer von 5,6 Prozent.

Es gilt weiterhin abzuwarten: Die durchschnittlich erzielten Netto-Zimmerpreise im Januar 2010 liegen aus dem weltweit größten Hotelbetriebsvergleich von STR Global erst Ende Februar vor, die aussagekräftigeren Zweimonatsdaten für Januar und Februar erst Ende März 2010.


Markus Luthe
Ihr
Markus Luthe

Datum: 10.02.2010 14:43:58 Uhr
Name: Markus Luthe
Kommentar:
Nachtrag aus Pressemitteilung von Trivago vom 10. Februar 2010:

Im Vergleich zu Februar 2009 sind die Hotelpreise im Februar 2010 in folgenden Städten gesunken: Stuttgart (-19%), Hamburg (-9%), München (-9%), Hannover (-9%), Köln (-5%), Frankfurt/Main (-5%), Dresden (-5%), Berlin (-2%). Düsseldorf meldet -0% und nur Nürnberg weist ein Plus (+4%) aus.

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