Bing. Bong! Bang?
Blog von Markus Luthe zur Preispolitik vom 23. Juni 2011Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal für eine Online-Recherche eine andere Suchmaschine als Google benutzt? Stimmt, mir geht es genauso. Bei einem Marktanteil von Google in Deutschland von über 90 Prozent kann man die Mitbewerber schon mal aus den Augen verlieren.
Dennoch sollte es kein Hotelier unterlassen, Bing Travel, einem Konkurrenzprodukt von Google aus dem Hause Microsoft, einen Besuch abzustatten. Sie werden Bemerkenswertes vorfinden!
Bing Travel blendet zu den Suchergebnissen, nun z. B. auch für Hotels in Frankfurt, zusätzlich zum gefundenen Zimmerpreis einen farbigen Empfehlungs-Button ein: „Deal“ (grün), „Durchschnitt“ (gelb), „Kein Deal“ (rot).
Dem Nutzer wird also durch die Farbwahl des Buttons unterhalb der Rate signalisiert, ob dieser Zimmerpreis für das Hotel schon hinreichend attraktiv ist oder ob er besser noch ein wenig wartet, bis die Rate erfahrungsgemäß für den gewählten Übernachtungszeitraum wieder sinkt. Damit hat also so etwas wie eine „Preishygieneampel“ für Hotels Marktreife erlangt.
Der in dieser Form (noch) einzigartige und zum Patent angemeldete Suchalgorithmus von Bing Travel namens „Rate Indicator“ stellt eine echte Herausforderung für jedes Yield Management System der Hotellerie dar, denn er analysiert das Preisverhalten des Hotels in der Vergangenheit und zieht hieraus Rückschlüsse für den Konsumenten.
Falls ein Hotel also grundsätzlich ab einer bestimmten Tageszeit die Preise senken, zu einem Zeitpunkt X nach einem durchschaubaren Muster mit Rabatten um sich wirft oder grundsätzlich vor Auslastungspeaks die Preise erhöht und wieder senken sollte, würde dies der „Rate Indicator“ erkennen und in eine entsprechende Empfehlung zum Buchungsverhalten des Nutzers umsetzen.
Ein Big Bang für den Online-Vertrieb oder doch einfach nur ein logischer, nächster Entwicklungsschritt der Transparenz im Web? Das Internet vergisst jedenfalls nichts, nicht einmal so etwas Vergängliches wie den Hotelzimmerpreis des letzten Jahres...

Ihr
Markus Luthe
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Kommentare zu diesem Blog
| Datum: 23.06.2011 10:51:49 Uhr |
| Name: olaf p. beck |
| Kommentar: |
guten morgen markus. danke für den sehr interessanten beitrag. weißt du wer den "rate indicator" erfunden hat? vermutlich hat bing den eingekauft. oder? danke, gruß olaf. |
| Datum: 23.06.2011 11:33:53 Uhr |
| Name: Markus Luthe |
| Kommentar: |
Lieber Olaf, der gewöhnlich bestens informierte Denis Schaal von Tnooz hat beim ersten Launch in den Staaten dahinter tatsächlich eine innovative Eigenentwicklung von Microsoft vermutet: http://tinyurl.com/6zhovyx. Viele Grüße, Markus |
| Datum: 24.06.2011 13:45:28 Uhr |
| Name: Thomas Reisenzahn |
| Kommentar: |
Dieses Hotelzimmer- Preisvergleichs Tool wurde von der Firma Farecast entwickelt. Microsoft kaufte diese Firma und diese Technologie um über USD 100 Millionen im Jahr 2008. Die ersten ähnlichen Entwicklungen gab es von Farecast mit Flugtickets. Auf der ENTER Konferenz für Information Technology and Travel & Tourism habe ich vom Farecast-CEO bereits 2007 einen Vortrag gehört. Es wird Zeit, dass auch die Hotellerie, Preiserhebungen mit automatische Datenerfassungssystemen durchführt und standardisiert. Thomas Reisenzahn |
| Datum: 27.06.2011 08:57:41 Uhr |
| Name: Alex |
| Kommentar: |
Ich stimme Thomas zu - eine Entwicklung, die auch aus meiner Sicht längst überfällig ist. Gibt es im Bereich Airline beispielsweise mit Swoodoo Trends ja schon recht lange. An der Anzeige wird sich auch noch was tun, denn "nur" Deal oder No Deal wird der Kunde nicht wahrnehmen bzw. er hat keine Relation. Wenn die Preisentwicklung wie bei Swoodoo in echten Werten der letzten Wochen angezeigt wird macht es schon wieder mehr Sinn aus Sicht des Kunden. Positiv für alle Hotels, die seriöses Revenuemanagement betreiben. Die Art, wie teilweise heute mit dem Thema Pricing umgegangen wird, "zwingt" den Kunden ja teilweise solche Vergleiche zu nutzen. Ich bin gespannt... |
| Datum: 27.06.2011 18:21:02 Uhr |
| Name: Markus Luthe |
| Kommentar: |
„Bing Bong Bang, It’s Boomerang!“ (http://tinyurl.com/6kfqbpq) Wer einen Beleg für „niedere“ Mathematik sucht, findet unter diesem Link ein simples Rechenexempel eines OTAs für einen Rabatt-Deal, bei dem ein Zimmerpreis von 200 $ auf eine Marge von 10 $ heruntergebrochen und dann als positiv angepriesen wird: http://tinyurl.com/5r8zmqn. |
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