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Gut Ding will Weile haben

Blog von Fritz G. Dreesen zum Koalitionsvertrag vom 25. Oktober 2009

Seit mehr als 15 Jahren haben Hotelverband Deutschland (IHA) und DEHOGA die Forderung nach dem reduzierten Mehrwertsteuersatz ganz oben auf ihren Agenden. Es ist für uns von Anfang an eine Frage der Gerechtigkeit und der internationalen Chancengleichheit gewesen. Schließlich ist der reduzierte Satz für unsere Wettbewerber aus der europäischen Hotellerie längst die Regel, denn 21 von 27 EU-Mitgliedern unterstützen ihre Hotellerie wie selbstverständlich auf diese Weise.

 

Viele Kolleginnen und Kollegen haben schon nicht mehr an eine Realisierung geglaubt, zu oft wurden sie von Verantwortlichen aller politischen Couleurs enttäuscht. Doch nun haben die Schwarz-Gelben Koalitionäre – und hier vor allem FDP und CSU – Wort gehalten und das Branchenanliegen Nummer 1 Realität werden lassen: Schon ab dem 1. Januar 2010 wird der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent für Beherbergungsumsätze gelten!

 

Hierfür gebührt unser aufrichtiger Dank den (Fach-)Politikern, die sich in den Ländern und im Bund so zielstrebig für eine Stärkung des Tourismusstandortes Deutschland eingesetzt haben! Unser Dank gilt im gleichen Maße den zahlreichen Gastronomen und – weniger zahlreichen – Hoteliers, die in den letzten Monaten für die vom DEHOGA Bundesverband geführte „Pro 7%“-Kampagne auf die Straße gegangen sind und unzählige Aktionen für das gemeinsame Anliegen gestartet haben!

 

Die Hotellerie ist solidarisch mit den jetzt noch (!) nicht bedachten Wirten und zuversichtlich, dass in dieser Legislaturperiode auch die Gaststätten den reduzierten Mehrwertsteuersatz endlich zugebilligt bekommen. CDU, CSU und FDP haben sich schließlich im Koalitionsvertrag auch darauf verständigt, eine Expertenkommission einzusetzen und bestehende Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten im dringend renovierungsbedürftigen deutschen Mehrwertsteuersystem entschlossen und zeitnah anzupacken. Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste muss dabei die Gastronomie stehen!

 

Die Hotels in Deutschland sind sich ihrer Gesamtverantwortung bewusst und werden die Kolleginnen und Kollegen branchensolidarisch nicht zuletzt durch einen spürbaren Preis-, Investitions- und Beschäftigungsimpuls nach der Jahreswende im Rahmen der sich nun eröffnenden Handlungsspielräume unterstützen.

 

Ein Aspekt in diesem Zusammenhang liegt mir persönlich noch besonders am Herzen: Verbandsarbeit bedeutet oftmals wahrlich das „Bohren dicker Bretter“ vor und hinter den Kulissen über Jahre und Jahrzehnte, die Mehrwertsteuerfrage ist das beste Exempel. Aber wer außer den Branchenverbänden könnte dies bewerkstelligen und hätte den notwendig langen Atem, Grundsätzliches für eine ganze Branche in die richtige Richtung zu bewegen?

 

Diese Botschaft möchte ich also insbesondere allen Nichtmitgliedern zurufen, die in den vergangenen Jahren eine „Trittbrettfahrerposition“ eingenommen haben: Es lohnt, sich auf allen verbandlichen Ebenen zu engagieren. Sollten Sie es noch nicht sein, werden daher auch Sie Verbandsmitglied und stärken Sie die Solidargemeinschaft – am besten gleich umgehend!


Fritz G. Dreesen
Ihr
Fritz G. Dreesen

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Kommentare zu diesem Blog

Datum: 26.10.2009 12:18:51 Uhr
Name: Erwin H. Fischer
Kommentar:
Ich gebe es zu, liebe Kämpfer der Hotellerie, ich habe nicht mehr daran geglaubt. Ich kann es nicht fassen, dass Sie unser großes gemeinsames Ziel erreicht haben. 7% Mehrwertsteuer! Ein bisschen mehr Chancengleichheit in Europa! Wahnsinn! Das wird der gesamten Branche einen Schub geben. Und davon wird auch die Politik profitieren, denn eine gute Stimmung in der Wirtschaft ist die Grundvoraussetzung für Wachstum. Herzlichen Dank an Sie alle.

Datum: 26.10.2009 18:02:36 Uhr
Name: Sepp Stein
Kommentar:
Wir werden mit unserer Familiensommerfrische "Zum Steinbauer FAMILOTEL Chiemsee" Mitglied im Hotelverband Deutschland (IHA). Ich habe verfolgt, wie Sie sich für den ermäßigten Steuersatz in unserem Gewerbe eingesetzt haben. Sie haben wirklich erkannt, wo es bei uns brennt. Endlich ein Schritt, der uns einem gemeinsamen Europa näher bringt, ohne dass wir permanent Wettbewerbsnachteile ausgleichen müssen. Herzlichen Dank für Ihre anhaltenden und nun endlich efolgreichen Bemühungen. Wir werden in unseren kleinen 38 Zimmer-Hotel die Senkung der MwSt. direkt an unsere Gäste weitergeben. Dies bedeutet, dass wir die schon bekannt gegebene Preiserhöhung für die Saison 2010 rückgängig machen. Zudem werden wir eine zusätzliche Ausbildungsstelle schaffen. Ich habe gleich heute der IHK diesbezüglich geschrieben. Außerdem können wir nun zusätzlich in unseren Betrieb investieren und so vielleicht längst fällige Modernisierungen angehen. Liebe Grüße aus Amerang im Chiemgau, Sepp Stein mit Familie und Mitarbeitern

Datum: 28.10.2009 10:57:30 Uhr
Name: Gerhard Werner Schlicke
Kommentar:
Herzlichen Glückwunsch …an den Hotelverband Deutschland (IHA) und herzlichen Dank an die Politiker, denen ein prosperierender touristischer Markt in Deutschland ebenso am Herzen liegt, wie die schrittweise Harmonisierung europäischer Steuersätze. Beharrlichkeit und nicht nachlassende Kraft des Verbandes zahlen sich wie man hier erleben kann für alle aus, für die Mitglieder und auch für Hotelbetriebe wie wir, die den Weg in den Verband noch vor sich haben. Aus Sicht der notwendigen Haushaltskonsolidierungen der Länder und des Bundes und des schwindelerregenden deutschen Schuldenberges ist dieser Schritt der Politik sicher nicht zu erklären, Arbeitsplätze werden vermutlich damit auch nur sehr eingeschränkt geschaffen und Preissenkungen in gleicher Höhe wie die Mehrwertsteuereinsparung werden Ausnahmen bleiben – dennoch ist dieser mutige politische Schritt absolut richtig und im europäischen Kontext längst überfällig. Die steuerlich begründeten Verzerrungen im europäischen Wettbewerb werden abgebaut, der Tourismusstandort Deutschland wird nachhaltig gestärkt und somit hat diese Entscheidung auch Signalwirkung nach innen und außen. Natürlich bleibt abzuwarten, wie der Gesetzestext dazu aussehen wird, abzuwarten bleiben dann auch die Reaktionen der internationalen Konzernhotellerie in Deutschland und der sich dann entwickelnde Handlungsdruck gegenüber der Privathotellerie. Spannend wird sicher auch die Beantwortung der Frage: wie wird der Fehlbetrag im Steueraufkommen ausgeglichen. Ich hoffe natürlich auf weitere mutige Schritte der Politik in dieser Richtung um die ewige Aufwärtsentwicklung der Unternehmens-Abgaben und Belastungen umzukehren. In diesem Sinne wünsche ich dem Hotelverband Deutschland (IHA) auch weiterhin viel Kraft, Geduld und vor allem weitere solche Erfolge. Gerhard Werner Schlicke

Datum: 28.10.2009 15:37:30 Uhr
Name: Susanne Weiss
Kommentar:
Herzlichen Glückwunsch an alle Hoteliers, die daran geglaubt haben - oder auch nicht mehr daran geglaubt haben, die Aktion Pro 7% aber dennoch unterstützt haben. Einmal mehr ist beweisen, daß sich Hartnäckigkeit doch auszahlt - Aufgeben gilt halt nicht. Schade ist, daß die Presse nun die Hoteliers im Visier doch eher negative Schlagzeilen hierzu unter´s Volk bringt. Für mich zeigt das einmal mehr, wie schlecht informiert einerseits und wie einseitig andererseits die Berichtserstattung oft ist. Über die 7% bei McDonald´s oder Burger King, die jedesmal greifen wenn ein Besteller sagt: "Zum Mitnehmen" wird kein Wort verloren - und dabei gibt es da nachweislich die gleichen Preise. Aber da sind natürlich auch andere Anzeigenbudgets im Spiel. Wir sollten als Branche jetzt auch die Medien nutzen, um unsere Gegendarstellungen in Blogs, Leserbriefen und Zuschriften kund zu tun. Schließlich geht es um wesentlich mehr als einfach nur Preissenkungen. Was ist mit den Ausbildungsplätzen, mit den Betrieben, die nun eine Überlebenschance haben ( und damit ein Auskommen für viele Mitarbeiter sichern, die dann nicht Hart IV anheimfallen)? Abgesehen wovon ja doch auch viele Betriebe die Preise senken (müssen) denn der Marktdruck ist mit oder ohne MwSt. einfach so hoch, daß es oft nicht anders zu gehen scheint oder auch wirklich nicht geht. Also, die Schlacht gewonnen, der Kampf geht weiter. Herzliche Grüße Susanne Weiss Ringhotel e.V.

Datum: 30.10.2009 17:51:37 Uhr
Name: Haakon Herbst
Kommentar:
Liebe Kollegen, liebe Verbandsmitglieder, liebe Vertreter der Presse, Mehrwertsteuersenkung - es gibt folgende Ansätze zur Mittelverwendung: 1. Längst fällige Investitionen in Hard- und Software können angegangen werden - davon profitiert der örtliche Schreiner, der lokale Maler oder vielleicht der national agierende Lieferant einer Telefonanlage. Das Gros der Investitionen wird nationalen Unternehmen und damit unserem Wirtschaftskreislauf zu Gute kommen (im Gegensatz zur Abwrackprämie...). 2. Wir können einen Teil des Geldes direkt oder indirekt in unsere Mitarbeiter investieren - ob in Qualifikation oder Gehaltserhöhung, ob Arbeitsplatzsicherung oder Arbeitsplatzschaffung, auch dieser Anteil kommt hat nahezu ausschließlich nationale Auswirkungen und hilft den Konjunkturmotor zu beschleunigen. 3. Die Kunden werden sicherlich auch profitieren und je nach Marktsegment und Buchungsweg, einen Teil der Mehrwertsteuerreduktion zu ihren Gunsten verbuchen können - ebenfalls ein großartiger Beitrag des Konjunkturprogrammes. Wir alle dürfen nicht vergessen, dass es hier nicht um "Almosen für Hoteliers" geht, wie ein desorientierter Journalist in der FTD titelte, sondern um ein wirklich intelligentes und vollinhaltlich greifendes Konjunkturprogramm für einen Teil der Branche, die immerhin die zweit meisten Arbeitsplätze aller Branchen in diesem Land stellt! Dies meint Ihr Haakon Herbst

Datum: 31.10.2009 11:26:33 Uhr
Name: Langhauser Thomas
Kommentar:
Danke nicht nur an die Verbände, Danke an alle Kollegen, die mit uns auf die Straße gegangen sind. Danke an DEUTSCHLAND, das so gewählt hat! Der Satz unseres Finanzministers in RLP „warum sind Sie gerade in diesem Jahr so hartnäckig“ hat mir gezeigt, dass nur das vereinte aber auch anhaltende, jeden Monat von neuem aufflammende Demonstrieren, eine Basis geschaffen hat, unsere Argumente zu hören und zu verstehen. Zum ersten Mal wurden wir von der Politik ernsthaft wahrgenommen. Erstmalig waren wir aus der Hotelerie und Gastronomie so einig wie nie zuvor. Ohne die Kollegen aus der reinen Gastronomie hätte uns auf der Straße niemand gehört. Und genau deshalb, kann ich den Unmut meiner Kollegen ohne Zimmer verstehen. Und genau deshalb, müssen und werden wir alle, am besten schon am 07. November für 7% in der Gastronomie auf die Straße gehen. Auch wenn es für meinen eigenen Betrieb mit der jetzigen Reglung finanzielle besser ist, wäre mir (wenn überhaupt ein Kompromiss nötig gewesen wäre) als erster Schritt die 7% Mehrwertsteuer für alle Waren welche wir auch für 7% einkaufen lieber gewesen. Damit wäre eine Flut von Fragen im Catering-Bereich und Außerhaus-Verzehr erledigt. Davon hätten alle Gastronomischen- und Voll-Hotel-Betriebe profitiert anstatt die Kollegen in zwei Lager zu spalten. Das wäre für mich die Logik einer Mehrwert-Besteuerung. Jetzt gilt es aber erst einmal die Preise zu senken, um dem Argument „Der Verbraucher hat nichts davon“ entgegen zu wirken. Ansonsten bekommen wir dies bei unserer Forderung für „7% für die Gastronomie“ als negatives Beispiel vorgehalten. Lasst uns zusammenhalten, damit die Politik auch weiterhin mit uns rechnen kann, aber auch mit uns rechnen muss! Euer Thomas Langhauser Gutshof-Ziegelhütte Edenkoben

Datum: 02.11.2009 11:35:22 Uhr
Name: Susanne Zausch
Kommentar:
Ich habe nach der Nachricht sofort meinen Ferienwohnungsvermieter angerufen, bei dem wir für nächstes Jahr an der Ostsee eine Ferienwohnung gebucht haben und gefragt, ob wir mit einem Preisnachlaß rechnen können. Er hat mir geantwortet, daß die 7% nur für Hotels, aber nicht für Ferienwohnungen gelten. Warum werden nun also reiche Leute, die in einem Hotel absteigen können, belohnt und Familien weiter belastest? Die Ungerechtigkeit ist nur noch größer geworden!

Datum: 18.12.2009 17:19:39 Uhr
Name: Markus Luthe
Kommentar:
@ Frau Zausch: Ihr Ferienwohnungsanbieter hat schlicht nicht Recht: Das heute auch vom Bundesrat beschlossenen Wachstumsbeschleunigungsgesetz sieht den reduzieren Mehrwertsteuersatz auch für Ferienwohnungen und Campingplätze vor!

Datum: 23.01.2010 14:38:38 Uhr
Name: Steven
Kommentar:
Na Bravo, da wollte ich in meinen Stammhotels günstiger übernachten aber die MWST-Senkung wird an den Gast nicht weiter gegeben. So ergehts mir in Gesamt-germany d.h.in 12 Hotels. Nicht mal 10% der Hotels in germany geben die Einsparung an die Gäste weiter! FAZIT: Nicht über Politiker herziehen, denn die Hotelbranche steht denen in NICHTS nach d.h. genauso heuchlerich V*******!!! P*** D*****!!!

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