Reduzierter Einsatz
Blog von Markus Luthe zum Bundesrat vom 24. Septeber 2008Die Nachricht kam am Donnerstag der letzten Woche: Das Bundesfinanzministerium hat entschieden, dass der ermäßigte Mehrwertsteuersatz bleibt – für Pauschalreisen auf Kreuzfahrtschiffen... Aufatmen bei Reedereien und Kreuzfahrtveranstaltern.
Die Länder Baden-Württemberg (CDU/FDP), Bayern (CSU), Mecklenburg-Vorpommern (SPD/CDU), Niedersachsen (CDU/FDP), und Thüringen (CDU) stimmten für die Hotellerie.
Welchen Rückschluss darf Deutschlands Hotellerie aus dem "reduzierten" Einsatz der Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein für ihr wichtigstes Branchenanliegen ziehen? Sehen sich diese Länder nicht (mehr) als Tourismusregionen im internationalen Standortwettbewerb? Wohin haben sich die vielen Lippenbekenntnisse zum Tourismus als „Leitökonomie der Zukunft“ verflüchtigt, als es zum Schwur kam?
Wir werden die Politik nicht aus ihrer Verantwortung für faire Wettbewerbsbedingungen für Deutschlands Hotellerie im europäischen Kontext entlassen und das Thema auf neue Rechnung spätestens im Bundestagstagswahlkampf 2009 vortragen.

Ihr
Markus Luthe
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Kommentare zu diesem Blog
| Datum: 01.10.2008 13:39:17 Uhr |
| Name: Matthias Ganter |
| Kommentar: |
| Sehr geehrter Herr Luthe, mit großer Enttäuschung habe ich zur Kenntnis genommen, daß der Bundesrat negativ über den reduzierten Mehrwertsteuersatz für unsere Branche entschieden hat. Das dürfen wir nicht hinnehmen und ich freue mich, daß Sie bereits jetzt neuen Anlauf für das Jahr 2009 nehmen. Die Wettbewerbsnachteile sind insbesondere im Hinblick auf die extremen Kostensteigerungen nicht mehr länger hinnehmbar. Um hier einen durchdringenden Erfolg bei der Politik zu erreichen, ist es nötig, umfassend die Gunst der breiten Medien auf sich zu ziehen. Das wird ohne Populismus in der Aquise der Kollegen und ohne konzertiere Aktionen wie beispielsweise eine Großdemo in Berlin nicht zu schaffen sein. Natürlich müssten an dem besagten Tag alle gastronomischen Betriebe einschliesslich der Hotelrestaurants geschlossen bleiben. Nur so wir man die Aufmerksamkeit erhalten um dann mit sachlichen Argumenten den unhaltbaren Mißstand überzeugend zu kommunizieren. Matthias Ganter, Romantik Jugendstilhotel Bellevue, Traben-Trarbach |
| Datum: 10.10.2008 10:40:08 Uhr |
| Name: P. Reichert |
| Kommentar: |
| Guten Tag Herr Luthe, manchmal habe ich einen wirren Traum und würde das Hotel am liebsten aufs Meer schleppen, um den Tatbestand der Mehrwertsteuerermäßigung zu erfüllen. Sind die Kruezfahrtschiffe im öffentlichen Bewußtsein und in den Medien nicht die schwimmenden Hotels oder habe ich da etwas falsches auf dem Schirm? Leider ist sich unsere Branche nicht so einig, wie nötig. Deshalb sehe ich für eine Großdemo, so wünschenswert, wie sie wäre, eher schwarz. Wir müssen deshalb offensiv die Widersprüchlichkeit der Mehrwertsteuerfeststetzung und der Ermäßigungen penetrant mit unseren Bundestagsabgeordneten in den Regionen diskutieren und die jetztigen Regelungen permanent in der Öffentlichkeit ad absurdum führen. Das hat sicher mehr Erfolg, ist aber auch der mühsamere Weg. Dafür wünsche ich uns allen viel Erfolg und starke Nerven. |
| Datum: 10.10.2008 10:52:22 Uhr |
| Name: Markus Luthe |
| Kommentar: |
| Lieber Herr Ganter, lieber Herr Reichert, die Überschrift "Reduzierter Einsatz" bezieht sich selbstverständlich auf die Politik - und auch den DIHK - und deren halbherzigen Einsatz für die Belange der Branche. Als Verband werden wir uns auf jeden Fall etwas einfallen lassen, wie wir unser Anliegen wirksam in die Öffentlichkeit tragen können. Zweifel habe allerdings auch ich, ob das Thema aufgrund seiner Komplexität für eine Großdemo taugt. Kreative Vorschläge sind jedenfalls höchst willkommen! Ihr Markus Luthe |
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