Bundestagswahlwahl 2009
Wahlcheck der Hotellerie zur Bundestagswahl 2009
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Tourismuspolitik

Wachstumschancen erkennen, Potenziale nutzen

Was ist Sache?

Der Tourismus ist eine Zukunftsbranche und zugleich Leitökonomie des 21. Jahrhunderts. Darüber sind sich alle einig. Mit einem Jahresbruttoumsatz von 123 Milliarden Euro ist er ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Der Tourismus schafft und sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze. 2,8 Millionen Beschäftigte und 120.000 Auszubildende arbeiten derzeit in der Tourismusbranche. Und nicht nur das: Sie sind auch Botschafter des Reiselandes Deutschland.

Denn Deutschland ist nicht nur das Land, das Produkte „Made in Germany" in alle Welt verkauft. Der Blick der Menschen auf die Bundesrepublik wird auch maßgeblich durch das geprägt, was sie im Urlaub oder auf Geschäftsreisen zwischen Nordsee und Alpen, zwischen Görlitz und Aachen erleben. Darüber hinaus profitieren der Einzelhandel, das Handwerk und Dienstleister in entscheidendem Maße von einem starken Tourismus.

Tourismus made in Germany stärken

Die Wachstumseffekte im Tourismus und damit die Chancen für den Arbeitsmarkt sind allerdings abhängig von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Allein auf die Robustheit der Reisebranche zu setzen, reicht nicht aus. Hotellerie und Gastronomie in Deutschland sind standortgebunden. Die gastgewerblichen Unternehmer sorgen hier für Arbeits- und Ausbildungsplätze – auch in strukturschwachen Regionen. Sie verlagern ihre Betriebe nicht ins Ausland.

Damit das Gastgewerbe und der Tourismus ihre volle Dynamik entfalten können, muss mit bloßen Lippenbekenntnissen Schluss sein. Wichtiger denn je sind faire Wettbewerbsbedingungen sowie ein effizienter Mitteleinsatz und eine bessere Vernetzung im Deutschlandtourismus.


Wir haben gute Argumente!

Für die Vermarktung des Reiselandes Deutschland unverzichtbar ist die Arbeit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). In den letzten Jahren wurden die Bundesmittel für die DZT moderat – etwa in Höhe des Inflationsausgleiches – angepasst. Jedoch sind diese 26,4 Millionen Euro, die die DZT erhält, nicht genug, um die vorhandenen Potenziale erfolgreich zu erschließen. Verglichen mit den Zuschüssen der öffentlichen Hand für unsere ausländischen Konkurrenten ist dieser Betrag mehr als ausbaufähig: Österreich zum Beispiel stellt 32,0 Millionen Euro und die Schweiz 32,1 Millionen Euro an Bundesmitteln für ihr nationales Tourismusmarketing zur Verfügung. Die wirtschaftspolitische Anerkennung einer Branche zeigt sich auch und gerade in Zeiten der Krise an den zur Verfügung gestellten Budgets.

Mittel für die DZT aufstocken

Angesichts des zu geringen Budgets der DZT und mit Blick auf die Bedeutung des Tourismus für den Standort Deutschland fordert der DEHOGA, der DZT für die Vermarktung Deutschlands noch 2009 zusätzlich mindestens zehn Millionen Euro bereit zu stellen. Eine Million Euro, wie jüngst beschlossen, ist definitiv nicht genug. Eine durch und durch mittelständisch geprägte Branche wie das Gastgewerbe braucht eine wirksame Basisfinanzierung und Bündelung der Werbung für den Deutschlandtourismus – im Aus- wie Inland. Erst recht gilt dies jetzt in der Krise.

Bündelung der tourismuspolitischen Kompetenzen

Eine angemessene Wertschätzung der Wachstumsbranche Tourismus spiegelt sich aber nicht nur in der finanziellen Ausstattung der Werbezentrale wider. Notwendig sind auch die feste Verankerung und Berücksichtigung der Interessen des Tourismus in der politischen Landschaft:

Richtig und gut ist, dass im Deutschen Bundestag seit vielen Jahren ein Ausschuss für Tourismus besteht. Das muss auch zukünftig so bleiben. Begrüßenswert war auch die Einführung des Amtes „Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus". Doch die bestehenden Organisationsstrukturen bedürfen einer Überprüfung.

Mit Blick auf die herausragende Bedeutung des Tourismus für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes fordern Hotellerie und Gastronomie eine stärkere Ausrichtung der Strukturen und Aktivitäten auf die Leitökonomie Tourismus.

Dazu gehören eine bessere Koordinierung aller tourismusrelevanten Maßnahmen und eine Kompetenzbündelung. Für mehr Schlagkraft und Gewicht der Branche wäre die Schaffung der Position eines Staatssekretärs für Tourismus wünschenswert. Ein Blick über die Grenzen Deutschlands zeigt, dass fast alle wichtigen Tourismusnationen auf einen Tourismusstaatssekretär, wenn nicht sogar auf einen Tourismusminister setzen.

Ziele sind eine Stärkung des Stellenwerts des Tourismus sowie eine nachhaltige Tourismuspolitik.


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