Tourismusstatistik


Gegen den ausdrücklichen Willen der Hotellerie wurde der zum 1. Januar 2003 eingeführte Nachweis der Zimmerauslastung in der amtlichen Statistik zum 1. Juli 2005 schon wieder gestrichen. Aufgrund des Artikels 8a des „Gesetzes zur Umsetzung von Vorschlägen zu Bürokratieabbau und Deregulierung aus den Regionen“ wurde die Erhebung der Auslastung der Gästezimmer bei den Betrieben wieder aufgehoben. Damit stehen Angaben zur Zimmerauslastung aus amtlicher Quelle seit 2005 nicht mehr zur Verfügung.


Fakt ist:

Durch die Streichung fehlt im Beherbergungsstatistikgesetz eine der wichtigsten Kennziffern, und nur noch die für die Branche erheblich. weniger aussagekräftige Bettenauslastung wird. ermittelt. Die amtlichen Auslastungsquoten der Gästebetten haben für die Hotellerie, die bekanntlich „Zimmer“ und nicht „Betten“ vermietet, nur eine begrenzte Aussagekraft. Eine stabile mathematische Formel, mit der sich verlässlich von Bettenauslastungen auf Zimmerauslastungen hochrechnen ließe, existiert nicht.

Nun zeichnet sich eine deutliche Verbesserung der Aussagekraft und der Vergleichbarkeit der nationalen Kennziffern ab. Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 692/2011 erfährt erstmals die amtliche Statistik eine grundsätzliche Überarbeitung.

Für Deutschland wurden ab 2012 folgende Änderungen wirksam:

  1. Jährlicher und monatlicher Ausweis einer Nettobelegungsrate der Zimmer in Hotels, Gasthöfen und Pensionen für Beherbergungsbetriebe mit 25 oder mehr Zimmern.
     
  2. Anhebung der Grenze der Berichtspflicht zur Beherbergungsstatistik (Vollerfassung) von neun auf zehn oder mehr Schlafgelegenheiten (Betten).
     
  3. Jährlicher Ausweis der Nettobelegungsraten der Betten und der Zimmer nach Größenklassen (< 25 Zimmer, < 99 Zimmer, ≥ 100 Zimmer) möglich.
     
  4. Ausweis der Anzahl der Betriebe mit einem oder mehreren Zimmern für Personen mit eingeschränkter Mobilität, einschließlich Rollstuhlfahrer, alle drei Jahre.
     

Standpunkt Hotelverband Deutschland (IHA)

Für die Hotellerie ist die Wiedereinführung des jährlichen und monatlichen Ausweises der Zimmerauslastung als zentraler Betriebsziffer ein wichtiger Erfolg. Die Tourismusindustrie nimmt in einen hohen Stellenwert ein. Zur Bewertung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und ihrer konjunkturellen Verfassung sind genaue Kenntnisse über den Umfang der Reiseströme, ihre Merkmale, das jeweilige Profil der Touristen und Informationen über die Reiseausgaben unbedingt erforderlich.