"Sharing" Economy


Die europäische Hotellerie ist der Überzeugung, dass das derzeitige Rechtsvakuum in Europa im Bereich der sog. "Sharing" Economy enorme Risiken beim Verbraucherschutz und bei der Gästesicherheit befördert. Zudem führt dieses Vakuum zu unlauterem Wettbewerb und wirtschaftlichen Grauzonen.

Das von HOTREC, dem europäischen Dachverband der Hotellerie und Gastronomie in Europa, erarbeitete Strategiepapier wirft ein Schlaglicht auf relevante Schlüsselfragen, die von der öffentlichen Hand und der Gesellschaft beantwortet werden müssen. Zu den offenen Punkten zählen die Notwendigkeit der Registrierung und der statistischen Messung der wirtschaftlichen Aktivitäten, die Einhaltung von Sicherheitsstandards und die Gefahrenabwehr sowie steuerliche Verpflichtungen, Schutz der Arbeitnehmerrechte und die Wahrung der Lebensqualität in den Stadtteilen.

"In dem verabschiedeten Strategiepapier schlägt HOTREC einen 10-Punkte-Plan vor, um eine nachhaltige und verantwortungsvolle 'Sharing' Economy zu erreichen. Es liegt nun an den Behörden und Regierungen, die 'Sharing' Economy verantwortungsvoll in unser Wirtschaftssystem zu integrieren und Verbraucherschutz sowie  Steuereinnahmen sicherzustellen, so wie dies auch das Gastgewerbe tut, welches 10 Millionen Menschen beschäftigt und zusammen mit dem Tourismus die drittstärkste Wirtschaftskraft in Europa darstellt", betonte Christian de Barrin, CEO von HOTREC.

"Die Welttourismusorganisation (UNWTO) begrüßt das Strategiepapier von HOTREC als einen wichtigen Beitrag zu den Diskussionen um die 'Sharing' Economy in der Tourismusbranche. Wachsender Unternehmergeist und die treibende Rolle der Verbraucher haben die 'Sharing' Economy stärker in unseren  Fokus gerückt. Während wir Innovation und unternehmerische Initiative begrüßen, müssen wir als Branche aber auch fortschrittlichen Lösungen finden, um die Rechte der Verbraucher zu schützen und etablierte Qualitätsstandards zu sichern und gleichzeitig darauf achten, dass für alle Unternehmen die gleichen Wettbewerbsbedingungen gelten", erklärte Taleb Rifai, Generalsekretär der UNWTO.

„HOTREC ist der Überzeugung, dass auch Unternehmen der 'Sharing' Economy ihren Teil zum Wohl der  Gesamtwirtschaft und der Gesellschaft beitragen müssen, indem sie zum Beispiel die Sicherheit der Gäste gewährleisten, die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung respektieren, fairen Wettbewerb gegenüber dem stark reglementierten Beherbergungsgewerbe ausüben sowie die Interessen der Gesellschaft achten. An erster Stelle kommt aber die korrekte Einhaltung der Steuerpflichten und die Wahrung von Arbeitnehmerrechten", betonte Ramón Estalella, Vorsitzender der HOTREC Task Force „Sharing“ Economy.
 


„Sharing“ Economy:
HOTREC's 10 Punkte für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Entwicklung

1. Integration privater Kurzzeit-Vermietungen in die bestehende Gesetzgebung

2. Registrierungs- und Genehmigungsprozesses für Vermieter

3. Aufnahme privater Kurzzeit-Vermietungen in die Beherbergungsstatistik

4. Maßnahmen zur  Kontrolle von Sicherheit und Gefahrenabwehr

5. Einhaltung aller steuerlichen Verpflichtungen

6. Verifizierung der Gästedaten nach den Schengen-Anforderungen

7. Sicherstellung von Arbeitnehmerrechten

8. Wahrung der Lebensqualität in den Stadtteilen

9. Klare Trennung zwischen Wohn- und  Gewerbeimmobilien

10. Kontrolle der Ausbreitung privater Kurzzeit-Vermietungen

 




HOTREC policy paper on the sharing economy Final
EFFAT-HOTREC_Joint statement on sharing economy_2015_12_04