© Internacional Hotel Association
 

Branchen-News vom 30.04.2013


Landgericht Berlin entscheidet gegen Booking.com: „Beliebtheit“ darf nicht käuflich sein


Booking.com darf Hotels nicht länger nach vermeintlicher „Beliebtheit“ auflisten / Hotels zu noch höheren Provisionszahlungen verleitet / Luthe: „Transparenz bei Rankingkriterien aber noch deutlich ausbaufähig“


Das Landgericht Berlin bestätigte in der vergangenen Woche im Hauptsacheverfahren die einstweilige Verfügung gegen das Buchungsportal Booking.com aus August 2011, die die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs erwirkt hatte. Damit darf der europäische Marktführer unter den Buchungsportalen in Deutschland nun nicht länger eine Rubrik „Beliebtheit“ aufführen, wenn für Hotels die Möglichkeit besteht, sich eine bessere Platzierung zu erkaufen.

Auf dem Buchungsportal von Booking.com können die Suchergebnisse nach verschiedenen Kategorien sortiert und aufgelistet werden. Neben den klaren Begriffen wie „Preis“, „Lage“ oder „Bewertungsergebnis“ existierte auch die Einordnung nach „Beliebtheit“. Diese war standardmäßig auch die erste Sortierungskategorie bei einer einfachen Suche. Das „beliebteste“ Hotel vor Ort wurde auf den ersten Listenplatz ausgeworfen. Für den Nutzer wurde jedoch nicht transparent dargestellt, dass die obersten Rangplätze sich nicht etwa aufgrund der Gästebewertungen ergaben, sondern neben anderen Kriterien auch die Höhe der vom Hotel an Booking.com variabel gezahlten Provisionen einfloss.

Diese Handhabung wurde Booking.com bereits im August 2011 mit einer einstweiligen Verfügung untersagt. Aufgrund der Weigerung von Booking.com, der Verfügung in vollem Umfang Folge zu leisten, sah sich die Wettbewerbszentrale gezwungen, im April 2012 Klage zum Landgericht Berlin zu erheben (Az.: 16 O 148/12).

Das Gericht bestätigte nun die Ansicht der Wettbewerbszentrale, dass eine wettbewerbswidrige Täuschung des Verbrauchers vorliegt, soweit ein Hotel seine Platzierung in der Kategorie „Beliebtheit“ durch die Höhe der geleisteten Provision beeinflussen kann. Dies umso mehr, wenn dem Kunden ein solches Vorgehen nicht offenkundig gemacht wird. Daraufhin gab Booking.com eine entsprechende Abschlusserklärung ab. Hiernach verpflichtet sich das Portal, die Kategorie „Beliebtheit“ nicht mehr zu verwenden, soweit Hotels die Möglichkeit haben, ihre Platzierung durch die Zahlung höherer Provisionen zu beeinflussen. Zwischenzeitlich hat Booking.com in Deutschland die Rubrik „Beliebtheit“ durch „Booking.com empfiehlt“ ersetzt.

Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), begrüßt die Entscheidung des LG Berlin: „Der interessengesteuerten Handhabung des Hotelrankings durch die Portale wurde in Deutschland ein erster Riegel vorgeschoben. Die Transparenz der Rankingkriterien ist aber noch deutlich ausbaufähig.“



LG Berlin entscheidet gegen Booking.com: "Beliebtheit" darf nicht käuflich sein


Quelle: Hotelverband Deutschland

 

22.08.2016 

Erneut Klagen gegen Kölner Bettensteuer

Sanft ins Kissen sinken und im Schlaf Geld verdienen – das war der Plan bei der Einführung der sogenannten Bettensteuer. Doch für die Stadt wird es zunehmend ein unsanfter Alptraum ...


22.08.2016 

Warum ich auf Airbnb verzichte – und ihr das auch tun solltet

"Erlebe einen Ort, als ob du dort wohnen würdest." Das verspricht uns Airbnb und lockt mit Bildern von schicken Altbauwohnungen, urbanen Dach-Ausblicken in Sepia und überaus ...


19.08.2016 

Hotel operator accuses Expedia of diverting customers with misleading ads in ‘brazen’ bait-and-switch

A California hotel operator has filed suit against against Expedia, alleging that the online travel giant buys search and social media advertising for properties not listed on its ...


17.08.2016 

Neue EU-Reiserichtlinie: Pauschalreisen führen zu Regierungsstreit

Müssen Reisebüros künftig für Pleiten von Airlines und Hoteliers haften? Pläne von Justizminister Maas sorgen für Zwist mit Parteifreund Gabriel – der ein ...


16.08.2016 

Eure Wohnungen sind niemandes Zuhause

Nichts wirft soviel Profit ab wie das Vermieten an Tagestouristen: Im Pariser Stadtquartier Marais erweist sich das als zerstörerische Praxis. ...